Zum Auftakt der Internationalen Artenschutzkonferenz in Doha hat die Artenschutzexpertin Heike Finke des Naturschutzbund Deutschland e.V. von der Europäischen Union die uneingeschränkte Unterstützung für das von Monaco geforderte vorübergehende Handelsverbot des bedrohten roten Thunfischs gefordert.
Entweder ergreife die EU die Initiative und sage "vorbehaltlos Ja" zu dem Antrag, "oder wir werden diesen Fisch verlieren", betonte das NABU-Präsidiumsmitglied. Mit 27 Stimmen sei die EU der wichtigste Stimmenblock auf der Konferenz.
Finke erklärte, dass der NABU auch während der Konferenz noch versuchen werde, über Lobby-Arbeit Einfluss zu nehmen: "Weil es einfach der Thunfisch bitter nötig hat. Er ist in den letzten 50 Jahren um 85 Prozent zurückgegangen und die Laichgründe liegen eben im Mittelmeer, so dass wir dringend etwas tun müssen, wenn wir diese Art nicht tatsächlich von unserem Planeten verlieren wollen."
Finke verglich die Abläufe auf Artenschutzkonferenzen teilweise mit einem "orientalischen Markt". Zwar gebe es festgeschriebene biologische Kriterien für die Listung, nach der eine Art geschützt wird: "Die beim Thunfisch ganz klar erfüllt sind." Hinter den Kulissen gehe es aber weniger um diese Kriterien: "Da passieren tatsächlich solche Dinge, dass Entwicklungshilfeprojekte an ein bestimmtes Stimmverhalten gekoppelt werden."
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