Der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Gerhard Schick, hat das Verhalten der Bundesregierung hinsichtlich der geplanten Finanzhilfe für Griechenland scharf kritisiert.
Die Bundesregierung habe beim Krisenmanagement der letzten Wochen "stark verzögert", sagt der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Gerhard Schick. Dadurch habe sich die Lage "massiv verschlimmert" und mache eine Lösung für den Steuerzahler wahrscheinlich teurer. Schick bezeichnete es als "unverantwortlich", dass sich die Bundesregierung nicht um eine Umschuldung bemüht habe, um so auch private Gläubiger zur Finanzierung der Hilfen für Griechenland heranzuziehen.
Der Finanzexperte verwies darauf, dass es fraglich sei, ob Griechenland seine hohen Schulden von mehr als 300 Milliarden Euro abtragen können werde. "Deswegen wäre ein teilweiser Schuldenverzicht der privaten Geldinstitute wahrscheinlich nötig für eine stabile Rettung." Schick forderte, falls Deutschland seine Kredite von Griechenland nicht zurückgezahlt bekomme, müsse die Finanzbranche einspringen. "Der Fehler bei der Bankenrettung, dass man nicht von vornherein festlegt, wer im Zweifelsfall die Kosten zu tragen hat - der darf nicht noch einmal wiederholt werden."
Das vollständige Gespräch mit Gerhard Schick können Sie bis zum 28.9.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.
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