Der Drogenkrieg in Mexiko droht nach Ansicht des stellvertretenden Direktors der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Günther Maihold, auch nach Europa überzuschwappen.
Die Befürchtung, dass es zu einem Übergreifen der mexikanischen Gewaltkriminalität nach Europa kommen könnte, sei "nicht ganz aus der Welt", sagte er am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Der US-Markt sei insbesondere in Bezug auf Kokain relativ gesättigt. "Der große Expansionsmarkt für Drogenkonsum ist Europa ( ... ). Das heißt, wir werden innerhalb kürzester Zeit auch mit diesen Kartellen zu tun bekommen."
Die mexikanischen Drogenkartelle würden versuchen, in Europa ihre Absatzmärkte zu verstärken, warnte Maihold. Daher sollte Europa die mexikanischen Behörden im Kampf gegen die Drogenkriminalität unterstützen.
Der Einsatz von Militär allein werde die Grundprobleme im mexikanischen Polizei- und Justizsystem nicht beseitigen. Präsident Felipe Calderón müsse "einen sehr viel breiteren Ansatz fahren", jedoch fehle ihm dazu die Unterstützung im Parlament, um die notwendigen Gesetze zu verabschieden. "Mexiko muss einen politischen Durchbruch zur Lösung schaffen und nicht nur technische Lösungen anstreben", betonte Maihold.
Mehr zur Sendung:
Links bei dradio.de:
Beiträge zum Nachhören
Interview
ACTA-Abkommen - Interview mit Daniel Caspary (CDU)
Sendezeit: 11.02.2012, 07:49
Der Fall Chantal - wie können Pflegekinder besser geschützt werden ?
Sendezeit: 11.02.2012, 06:48
Die Zeit läuft ab: Wie kann der Atommüll in der Asse gesichert werden?
Sendezeit: 10.02.2012, 07:49
dradio-Recorder
im Beta-Test: