Der neue Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Johannes Gerster, hat Europa eine einseitige Sichtweise auf die Rolle Israels bei den Konflikten im Nahen Osten vorgeworfen. Man sehe nicht, dass Israel ebenso wie die Araber leide, sagte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete. An den Konflikten seien zumindest zwei Seiten Schuld.
Für den israelisch-palästinensischen Konflikt trügen jene Palästinenser die Hauptverantwortung, deren Ziel die Zerstörung Israels sei. Das schließe aber nicht aus, dass Israel in Einzelfällen überreagiere.
Zur Frage der Verhältnismäßigkeit des militärischen Vorgehens gegen die Palästinenser sagte Gerster, man müsse bedenken, dass während der zweiten Intifada zehntausend israelische Zivilisten durch Bombenattentate ihr Leben verloren hätten. Aus dem Gaza-Streifen würden ständig Raketen auf Israel abgeschossen. Beim Kampf mit der Hisbollah seien zudem 4000 Raketen auf Israel niedergegangen.
Gerster wies die Behauptung der 25 Politologen zurück, es gebe eine falsche Rücksichtnahme gegenüber Israel. Das Gegenteil sei eher der Fall. "Die Stimmung in Deutschland ist insgesamt nicht gerade israelfreundlich", konstatierte Gerster. Er wünsche sich ein unverkrampftes Verhältnis sowohl zu den Juden als auch den Muslimen in Deutschland. "Da gibt es sehr viel zu tun."
Es gebe eine internationale Solidarität vor allem islamischer Länder, die Israel und die USA für alles Leid der Welt verantwortlich machten. "Ich bestreite nicht, dass der israelisch-palästinensische Konflikt diese Auseinandersetzung anheizt, aber ich behaupte, auch ohne den Staat Israel hätten wir zum Beispiel den Kampf der islamischen Fundamentalisten gegen die westliche Demokratie", sagte Gerster.
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