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23.12.2006
Candidus wirft den Kassen vor, ihre Schulden nicht abzubauen. (Bild: AP) Candidus wirft den Kassen vor, ihre Schulden nicht abzubauen. (Bild: AP)

Patientenvertreter: Kassenbeiträge steigen weiter

Kritik an mangelnden Sparbemühungen

Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP), rechnet mit weiteren Beitragssteigerungen bei den Krankenkassen. Weder in den vergangenen 20 Jahren noch bei der jetzigen Gesundheitsreform sei eine Verbesserung der Struktur vorgenommen worden, sagte Candidus. Die Versicherten seien machtlos gegen weiter steigende Kosten, denn sie seien eingekeilt zwischen den Forderungen der Krankenkassen nach mehr Geld und der Politik.

Den Bürgern werde erklärt, dass nicht mehr alles möglich sei, sagte Candidus- Dabei könne man durch strukturelle Reformen Effizienzreserven in Höhe von 30 Milliarden Euro aus dem System herausholen, um die Beiträge der Versicherten zu senken.

Candidus bezweifelte, dass die Krankenkassen ihre Verschuldung wie von der Bundesregierung gewollt bis Ende 2007 abbauen. "Den Krankenkassen fällt sicherlich wieder etwas ein, warum sie immer noch mehr Schulden aufnehmen müssen, und wenn es nur darum geht, wieder einen Neubau irgendwo hinzusetzen, mit dem sie ihre Verwaltung weiter ausdehnen können." Candidus forderte deshalb eine Überprüfung der Krankenkassen durch die Rechnungshöfe.

Candidus beklagte, Aufgaben, die eigentlich die Politik wahrnehmen müsse, erfüllten die Krankenkassen: "Welche Leistungen für wen auch immer erbracht werden, entscheidet nicht mehr allein der Arzt, nicht mehr die Politik, sondern die Krankenkasse." Doch die Krankenkassen versuchten immer, die Leistungen zu drücken.

Die Versicherten bleibe aber zumindest die Möglichkeit, ernsthaft zu prüfen, die Krankenkasse zu wechseln. Allerdings könne ein niedrigerer Beitrag auch mit einem geringeren Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen und mit schlechteren Behandlungsmethoden verbunden sein. So gebe es in Bayern eine Betriebskrankenkasse, die zwar drei Prozent unter dem Durchschnittsbeitragssatz liege, die aber nur online zu erreichen sei und keinen weiteren Service biete.


 
 

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