Die stellvertretende Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, hat die Ungleichbehandlung von Geflügel-Haltern bei der verlängerten Stallpflicht kritisiert.
Sie habe den Eindruck, wirtschaftliche Interessen leiteten die Entscheidung, welche Höfe ihre Tiere einsperren und welche ihre Tiere wieder frei laufen lassen dürften, sagte Höhn am Samstag im Deutschlandradio Kultur. So sei die Stallpflicht in Gebieten mit vielen Geflügel-Haltern wieder aufgehoben worden, während sie beispielsweise in der Nähe von Feuchtgebieten mit wenigen Tieren verlängert worden sei.
Wörtlich sagte Höhn: "Die Halter hier werden natürlich massiv in ihrer Existenz gefährdet. Das sind Bestände mit wenigen Tieren. Man hat schon den Eindruck, dass sich die Verordnung gegen Bestände mit wenigen Tieren richtet, und da, wo es wirtschaftlich große Interessen gibt, rückt man von dem bisherigen Verfahren ab."
Höhn kritisierte, dass bereits existierende Impfstoffe nicht bei deutschem Geflügel angewendet würden. Der Grund liege darin, dass die Institution, welche Impfstoffe aus den Niederlanden und aus Frankreich negativ bewerte, selbst einen Impfstoff entwickle. Hinter diesem Vorgehen stünden wirtschaftliche Interessen, die Institution bringe sich selbst in Misskredit.
Durch neue Fälle von infiziertem Geflügel habe man in Deutschland feststellen müssen, dass die Stallpflicht kein wirksames Mittel sei. "Ich glaube nicht, dass die Leute das akzeptieren, dass man eine Tötungs- und Einsperrpolitik macht und den anderen Weg, den die anderen Länder auch gehen, nämlich zu impfen, um das Töten im Ernstfall einzuschränken, dass man sich dagegen sperrt in Deutschland."
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