Sie ist die traurige Ikone des "Cyber-Mobbings": "Dog Shit Girl", eine junge Koreanerin, deren Hund seine Notdurft in der U-Bahn verrichtete: Fotografiert, ausspioniert, ins Netz gestellt. Die Komposition "Dog Shit Girl" thematisiert öffentliche Denunziation und private Entäußerung im web 2.0.
"Ein Feld, eine Wiese, Wind, ein entferntes Auto, Vogelstimmen. Abwarten. Eine Auffälligkeit, ein kurzes Flattern rechts neben den Strommasten. Der Griff zum Fernglas. Die Jacke raschelt - viel zu laut ... Jetzt den Blick halten und das Okular vor das Gesichtsfeld schieben: Da ist er. Schaut direkt in deine Richtung, als würden sich die Blicke treffen. Plötzlich eine Bewegung, dein Blick verliert seinen Fixpunkt. Ein kurzes Schwindelgefühl. Weg ist er."
Ende der 60er-Jahre tauchten zum ersten Mal Schallplatten mit Geräuschen für den Heimgebrauch auf. Sie hießen "Die Kulisse", "Musik zum Unterlegen" oder "Geräusche in Stereo mit Kennrille und Ansage" und richteten sich vor allem an "den Schmalfilmer, Tonband- und Diafreund".Ausgehend von diesem Format konstruiert Felix Kubin eine polymorphe Klangbibliothek, deren Ziel es ist, die Geräusche vom Katalog zu befreien.
"Die Architektur des Gehirns als Modell für komplexe Stadtstrukturen?" - Dieser Aufsatz des Hirnforschers Wolf Singer hat den Komponisten Norbert Walter Peters zu einer Überlagerung von neuronalen, urbanen und musikalischen Gestalten angeregt.
"Die von Unruhe erfüllte Stadt erstreckt sich über die Hügel: ein Gewirr von Sprachen und Berührungen. Ein Strudel aus Gebeten und Bitten zerreißt die Stille des Nachmittags, Glocken, das Klagen der Chassidim, die Sirenen in den Straßen und die Rufe der Händler durchschneiden die Viertel."
2007 brachte Pierre Henry seine Klangkomposition "Utopia" in der Saline Royale d'Arc et Sénans zur Uraufführung. Sie war eine Hommage an den sozialutopischen Architekten Claude-Nicolas Ledoux (1736-1806).
"Die Architektur des Gehirns als Modell für komplexe Stadtstrukturen?" - Dieser Aufsatz des Hirnforschers Wolf Singer hat den Komponisten Norbert Walter Peters zu einer Überlagerung von neuronalen, urbanen und musikalischen Gestalten angeregt.
In der Newcomer Werkstatt präsentieren wir die interessantesten Einsendungen von Audio-Art-Künstlern, die noch keinen großen Namen haben. Wir fordern jeden Neuling in der Klangkunst-Szene dazu auf, Kompositionen für diese vierteljährliche Sendung einzureichen und hoffen auf viele frische Ideen.
Unser unbekanntes Nachbarland Polen gilt westeuropäischen Liberalen vor allem als Zentrum eines restaurativen Katholizismus. Aber, selbst wenn man den Massenprozessionen oder dem pauschal organisierten religiösen Bustourismus fern steht, kann man sich nur schwer der Sogwirkung einzigartiger Soundscapes entziehen: Ganze Landstriche werden mit archaischen Lautsprechersystemen zur Übertragung von Gottesdiensten überzogen, während Tausende von Pilgern leise Gebete murmeln.
"Kleine diskrete Klänge. Gesänge, die zu zart sind, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Töne am Rande der Hörschwelle. Geräusche, die wir nicht mehr wahrnehmen, weil wir ständig von ihnen umgeben sind. Das ist das Material von 'Les petits riens'."
Jürgen Seizew sammelt die Stillen unterschiedlicher Orte. In einem speziell entwickelten Bearbeitungsprozess schichtet er diese Aufnahmen übereinander. Diese Klangsedimente durchwirkt er mit den Sounds seiner E-Gitarre. Es entsteht eine feingliedrige, tosende Ruhe.
Mehr zur Sendung:
Links bei dradio.de:
Beiträge zum Nachhören
Klangkunst
Internetausschnitt Audioguide
Sendezeit: 05.02.2010, 00:05
Internet Ausschnitt Terra Nullius
Sendezeit: 08.01.2010, 00:05
dradio-Recorder
im Beta-Test: