Daniel Harding, Chefdirigent des Schwedischen Radio-Sinfonieorchesters, hat zwei populäre Werke von Antonín Dvořák in einem Programm zusammengeführt: die 7. Sinfonie und das Violinkonzert. Solist ist der Geiger Frank-Peter Zimmermann, eher dafür bekannt, mit selten gespieltem Repertoire Furore zu machen. Vor zwei Jahren spielte er in der Berwaldhallen das Busoni-Konzert.
Schon mit Sechzehn versuchte Antonín Dvořák als Musiker und Komponist auf eigenen Füßen stehen. Doch der Durchbruch ließ auf sich warten. Vermittelt durch Johannes Brahms wurde der Verlag Simrock auf den inzwischen über dreißigjährigen Komponisten aufmerksam. Mit den "Slawischen Tänzen" errang Dvořák internationalen Ruhm, der ihm auch erlaubte, selbstbewusster aufzutreten. Als Simrock ihn um ein Violinkonzert bat, geeignet nur für die allerbesten Geiger, dachte Dvořák an den bekanntesten: Joseph Joachim. Dessen Änderungswünsche, was das Geigentechnische anbetraf, griff er zunächst bereitwillig auf. Aber als dadurch seine gesamte dramaturgische Idee gefährdet schien, stagnierte die weitere Zusammenarbeit. Er widmete das Stück einem anderen befreundeten Geiger.
Die 7. Sinfonie, ein Auftrag der Londoner Philharmonischen Gesellschaft, brachte dem inzwischen international gefragten Komponisten 1885 einen riesigen Erfolg. Das stand ganz im Widerspruch zu den Problemen, mit denen er als Tscheche in der österreichisch besetzten Heimat zu kämpfen hatte. Und genau diese Themen wie persönliche Integrität, Engagement für die Autonomiebestrebungen seiner Landsleute schwingen in dieser Sinfonie mit. Dvořák schrieb an einen Freund: "Sie sollte die Welt aufzurütteln, und möge Gott geben, dass sie es auch schafft."
Berwaldhallen Stockholm
Aufzeichnung vom 11.3.10
Antonín Dvořák
Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53
Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70
Frank-Peter Zimmermann, Violine
Schwedisches Radio-Sinfonieorchester
Leitung: Daniel Harding
nach Konzertende ca. 21:30 Uhr Nachrichten
anschließend:
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