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06.04.2010
Pierre Boulez (Bild: Philippe Gontier) Pierre Boulez (Bild: Philippe Gontier)

Geburtstags-Konzertpaket für Boulez

Die Wiener Schule und ihr Stellvertreter auf Erden

Der aktuelle Fünfjahresplan der Klassik steht vor der erfolgreichen Erfüllung: Seit Jahrzehnten begeht die Musikwelt jeden runden und halbrunden Geburtstag ihres großen Anregers Pierre Boulez mit Festivals, Platten- und Buchveröffentlichungen. Die größte Feierlaune entwickelten dabei Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin - jetzt ist des Meisters Fünfundachtzigster an der Reihe.

Ein guter Generalmusikdirektor sollte nicht nur ein guter Musiker, sondern auch ein guter Netzwerker sein. Mit Daniel Barenboim haben die Staatsoper Unter den Linden und die Staatskapelle Berlin nicht nur einen genialen Musiker, sondern auch ein Genie der Freundschaft als GMD erhalten. Plácido Domingo, Zubin Mehta, Pinchas Zukerman & Co. - wer solche Freunde hat, der hat keine Casting-Sorgen!

Barenboims erstaunlichste Freundschaft indes dürfte die zu Pierre Boulez sein - jenem eine Generation älteren Komponisten und Dirigenten, den Barenboim seit 45 Jahren ohne Wenn und Aber verehrt und der gar nicht umhin kann, zu jedem runden Geburtstag in Berlin ein Geburtstagskonzert-Paket entgegenzunehmen.

Zwei festliche Auftritte in Barenboims Gefilden wird Pierre Boulez in diesem Jahr absolvieren, beide werden von Deutschlandradio Kultur gesendet: Boulez dirigiert die jungen arabisch-israelischen Musiker des West-Eastern Divan Orchestra (Sendung am 12. April), und er wird - wie immer ohne Frack und ohne Taktstock - am Pult der Berliner Staatskapelle stehen: Auf dem Programm eine Kostprobe aus einem seiner wichtigsten eigenen Werke, die zweite "Improvisation sur Mallarmé" aus dem großen Zyklus "Pli selon pli", eine Musikalisierung der märchenhaft verschlossenen Sprachbilder Stéphane Mallarmés. Überdies Musik der Hauptvertreter der Wiener Schule, die für Boulez immer ein - wenn auch kritisch angelegter - Maßstab eigenen Komponierens war: Anton Weberns "Gesellenstück", die noch klassizistische Passacaglia op. 1; Alban Bergs expressionistische Orchesterstücke op. 6 sowie das späte, zwölftönige Klavierkonzert op. 42 von Arnold Schönberg. Der Solist: das Freundschafts- und Klaviergenie Daniel Barenboim.



Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 3.4.10


Anton Webern
Passacaglia für Orchester op. 1

Arnold Schönberg
Konzert für Klavier und Orchester op. 42

ca. 20:40 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Pierre Boulez
Improvisation sur Mallarmé II

Alban Berg
Drei Stücke für Orchester op. 6


Christine Schäfer, Sopran
Daniel Barenboim, Klavier
Staatskapelle Berlin
Leitung: Pierre Boulez


 
 

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