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20.07.2013 · 19:05 Uhr
Prinzregententheater München (Bild: AP) Prinzregententheater München (Bild: AP)

Oper in deutschen Ländern

Cerhas "Onkel Präsident" aus München

"Die Gattung 'Komische Oper' wird von Komponisten schon seit geraumer Weile vernachlässigt." Also sprach der große alte Herr der neuen Musik, Friedrich Cerha, und schuf Abhilfe: Gemeinsam mit dem Textdichter Peter Wolf machte sich Cerha an eine "Musikalische Farce", die am 1. Juni unter dem Titel "Onkel Präsident" vom Staatstheater am Gärtnerplatz im Prinzregententheater uraufgeführt wird.

Auf der Basis von Ferenc Molnárs Bühnenstück "Eins, zwei drei", das 1961 von Billy Wilder verfilmt wurde, zeichnet Cerha die Wandlung des Fahrradboten Josef Powolny zum Spitzenmanager mit Adelsprädikat. Der "Onkel" Präsident, allmächtiger Chef eines Stahlkonzerns, zieht die Fäden, um einen präsentablen Ehemann für die Millionenerbin Melody Moneymaker zu "erfinden".

Friedrich Cerha hat eine an Tempo und musikalischen Anspielungen reiche Komödie geschaffen, die immer wieder die Kunstform Oper durch witzige Extempores auf die Schippe nimmt - etwa, wenn der Tenor mit dem Kapellmeister in Streit gerät, ob er seine Arie nun singen darf, oder wenn derselbe Kapellmeister vom Präsidenten gerügt wird, er dirigiere "zu laut, man versteht ja sein eigenes Wort nicht".

Eingerahmt wird die turbulente Handlung von der Zwiesprache des Präsidenten mit einem bejahrten Komponisten. "In Ihrem Alter hatte Verdi den 'Falstaff' schon fertig", meint der Präsident zu Anfang vorwurfsvoll, um schließlich zu resümieren: "Der 'Falstaff' ist ja doch nicht zu übertreffen."

Da mag was dran sein, doch mit "Onkel Präsident" ist dem 87-jährigen Siemens-Musikpreisträger Cerha ein vitales Lebenszeichen nicht nur seiner Kunst, sondern der verblasst geglaubten "Komischen Oper" überhaupt gelungen.


Oper in deutschen Ländern
Gärtnerplatz Theater München im Prinzregententheater
Aufzeichnung der Premiere vom 01.06.2013


Friedrich Cerha
"Onkel Präsident"
Musikalische Farce
Libretto: Peter Wolf / Friedrich Cerha
frei nach dem Bühnenstück "Eins, zwei, drei" von Ferenc Molnár
Uraufführung

Der Komponist - Robert Holl
Der Präsident - Renatus Mészár
Melody Moneymaker - Susanne Ellen Kirchesch
Mummy Moneymaker - Snejinka Avramova
Daddy Moneymaker - Martin Hausberg
Fräulein Flink - Elaine Ortiz Arandes
Fräulein Flott - Ann-Katrin Naidu
Fräulein Flugs - Frances Lucey
Dr. Fleißig - Stefan Cerny
Dr. Gefällig / Dr. Pillerl - Derrick Ballard
Deodatus Graf Schrullenhuf-Wullersdurff - Juan Carlo Falcón
5 Mitglieder des Aufsichtsrates - Dirk Lüdemann, Adrian Sandu,
Thomas Hohenberger , Marcus Wandl, Stefan Thomas
Josef Powolny - Paul Schweinester
Didi Kvaca / Zwirn - Ernst Dieter Suttheimer
Monsignore Campanile - Holger Ohlmann
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Leitung: Marco Comin

nach Opernende ca. 21:25 Uhr Nachrichten


 
 

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