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27.07.2008
Blick auf die Elbe bei Hitzacker (Bild: Sommerliche Musiktage Hitzacker) Blick auf die Elbe bei Hitzacker (Bild: Sommerliche Musiktage Hitzacker)

Sommerliche Musiktage Hitzacker

Mahler in kleiner Besetzung

"Umsungen", so lautet das Motto der 63. Sommerlichen Musiktage Hitzacker, bei denen sich in diesem Jahr alles um die menschliche Stimme dreht. Mit ungewöhnlichen Ideen gibt die niedersächsische Kammermusikreihe der Festivallandschaft neue Impulse: In unserer Live-Übertragung etwa sind bekannte Werke von Schumann und Mahler in neuen Arrangements zu erleben.

Tatsächlich hat Mahler für kammermusikalische Besetzungen lediglich den Satz eines Klavierquartetts komponiert - abgesehen von den rund 40 Liedern, die auch am Klavier begleitet werden können. Mahlers Lieblingsinstrument war nun mal das Orchester des ausgehenden 19. Jahrhunderts, und selbst das genügte ihm nicht: Wegen seiner angeblichen Gigantomanie wurde er zeitlebens gescholten.

Mahler ist also nicht gerade der Komponist, den man auf einem Kammermusikfestival wie den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker vermuten würde. Andererseits ist seine Musik derart virtuos und solistisch, dass sie durch eine geschickte Bearbeiterhand auch in kleiner Besetzung zu wirken vermag. Im vergangenen Jahr etwa erklang an der Elbe eine von Arnold Schönberg konzipierte Kammerversion des "Liedes von der Erde". Von Rainer Riehn, dem Vollender dieses Schönbergschen Entwurfs, wird nun eine Fassung der "Kindertotenlieder" zu hören sein, kombiniert mit einer neuen Bearbeitung der vierten Sinfonie durch Johannes Harneit.

Die Wahl ist konsequent, denn klanglich und inhaltlich gehören diese beiden um 1900 entstandenen Werke zum Intimsten, das Mahler je geschaffen hat. Kindheit und Kindlichkeit stehen im Vordergrund - in den Liedern nach Gedichten von Friedrich Rückert ist es die Trauer um verstorbene Kinder, in der Sinfonie ist es das "himmlische Leben", das mit einem Gesang "Aus des Knaben Wunderhorn" beschworen wird. Erst die bodenlos diesseitige Situation der Eltern, dann die schwerelos jenseitige der Kinder: größere Kontraste in einem Konzert scheinen undenkbar! Zwei gefeierte Sängerinnen der jüngeren Generation und die zur "Sinfonietta" vereinten Solisten des Leipziger Gewandhausorchesters werden diese Welten mit leichtem kammermusikalischem Gepäck bereisen.



63. Sommerliche Musiktage Hitzacker
Live aus dem Verdo-Konzertsaal


Robert Schumann
Sechs Gesänge op. 107
Übertragen für Sopran und Streichquartett von Aribert Reimann

Gustav Mahler
Kindertotenlieder
Fassung für Mezzosopran und Kammerorchester von Rainer Riehn

ca. 20:50 Uh Konzertpause mit Nachrichten

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4 G-Dur
Bearbeitet für Kammerorchester von Johannes Harneit


Mojca Erdmann, Sopran
Zoryana Kushpler, Mezzosopran
Athena Quartett
Sinfonietta Leipzig
Leitung: Jobst Liebrecht










 
 

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