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24.05.2006
Szenenfoto aus "Angel-A" von Luc Besson mit Jamel Debbouze und Rie Rasmussen. (Bild: AP) Szenenfoto aus "Angel-A" von Luc Besson mit Jamel Debbouze und Rie Rasmussen. (Bild: AP)

Filme der Woche

"Angel-A" und "Coco, der neugierige Affe"

Vorgestellt von Hans-Ulrich Pönack

"Angel-A" von Luc Besson ist eine skurrile Liebesgeschichte und zugleich eine hymnische schwarz-weiße Liebeserklärung an Paris. "Coco, der neugierige Affe" basiert auf dem amerikanischen Kinderbuch "Curious George" von 1941 und bietet ungetrübte Slapstick-Unterhaltung für die ganze Familie.

"Angel-A"
Frankreich 2005; Regie, Buch u. Produktion: Luc Besson; Darsteller: Jamel Debbouze, Rie Rasmussen u.a.
"Angel-A" von Luc Besson (Buch, Regie und Produktion) ist eine hymnische schwarz-weiße Liebeserklärung an Paris. Und an zwei "sonderbare Menschen". Der Film Erinnert motivhaft an den Wim-Wenders-Klassiker "Himmel über Berlin" (1986/87) und erzählt eine gar absonderliche, "theatralische" Buße-Geschichte eines moralischen wie durchaus intelligenten Sünders: Kleiner, arabischstämmiger Ganove, mit zerfleddertem Äußeren, Knubbelnase und nur einem Arm, sieht keinen anderen Ausweg mehr, als sich umzubringen. Gerade als er sich von einer Brücke stürzen will, tritt Angela in sein Leben. Die ist langbeinig, wunderbar blond, besitzt einen Modelkörper und will ebenfalls von dieser Brücke springen. André ist sauer wie hilfreich und wird sie fortan nicht mehr los. Was nicht verwundert, ist sie doch "wirklich" ein Engel, ein Schutzengel, der "im Auftrag" handelt.

Der kleine Dunkle und die lange Blonde: Er ist ungläubig, irritiert, überrascht, gerührt. Eine Art "Romeo und Julia" aus dem Milieu, frech, ironisch, überhöht, subversiv, schön, ein Geschlechterkampf der Superlative. Frauen sind starke Engel, die schwache Männer retten müssen. Sowohl optisch als auch verbal auf den Punkt gebracht; mit lockeren Sprüchen, wunderschönen Paris-Bildern, kessen Gedanken und märchenhaft-schmutzigen Ideen.

Und: Mit zwei erstklassigen "Duellisten" in den Hauptrollen: Rie Rasmussen, das dänische Ex-Modell (Debüt in "Femme Fatale" von Brian De Palma/2002), und dem 1976 in Marokko geborenen Jamel Debbouze (bekannt aus "Die fabelhafte Welt der Amelie" und "Asterix & Obelix: Mission Kleopatra"). Wie die sich hier die verbalen Bälle zuspielen, ist schon prickelnd, amüsant, aufregend. Der zehnte Film des heute 47-jährigen Pariser Multitalents Luc Besson (u.a. "Der letzte Kampf"; "Im Rausch der Tiefe"; "Leon - Der Profi"; "Nikita"; "Das Fünfte Element"; "Johanna von Orleans") ist einer der ungewöhnlichsten Spannungsfilme der letzten Zeit; ein Muss für Cineasten & Friends.


"Coco, der neugierige Affe"
USA 2006; Regie: Matthew O'Callaghan; Musik: Jack Johnson
"Coco, der neugierige Affe" von Matthew O'Callaghan; basiert auf der possierlichen, kultigen Kinderbuch-Figur von "H.A. Rey", einem Pseudonym, hinter dem das jüdische Immigranten-Ehepaar Hans Augusto (1898 - 1977) und Margarete Reyersbach (1906 - 1996) aus Hamburg steckt, das sich diese Figur Ende der 30er Jahre in Paris ausdachte, ehe es vor den Nazis floh.

Das erste der sieben Abenteuer um den neugierigen Primaten und seinen Menschen-Freund mit dem gelben Hut erschien 1941 in New York und etablierte sich im Land von Mickey, Goofy und all den anderen populären Trickfiguren schnell. Wurde neben dem Bären Winnie the Pooh und dem Elefanten Barbar vor allem Liebling der ganz jungen Leser. Die neun Bücher, die in 14 Sprachen übersetzt wurden, haben inzwischen Auflagen von fast 30 Millionen erreicht.

Nach vielen Anläufen nun also das erste Leinwand-Vergnügen, in herrlich altmodischer (handgezeichneter) 2D-Animation einfach wie schön erzählt: Der verspielte lustige Affe, der als blinder Passagier von Afrika nach New York gekommen ist, hängt sich buchstäblich an den herzensguten Museumsangestellten Ted ran, damit der dann die Schabernack-Späße seines neuen Freundes "gerne" ausbaden darf... Mit kindgerechtem Charme und viel Fröhlichkeit entwickelt sich - ohne kitschig oder sentimental zu werden - putzige Slapstick-Unterhaltung für Knirpse unter 10 und alle, die sie begleiten.

Ein prima Familienfilm von kurzweiligen 88 Minuten, zudem mit Klasse-Songs von Jack Johnson begleitet, dem singenden/swingenden Surfer aus Hawai, der mit diesem Soundtrack bereits ein internationales Hit-Album fabriziert hat. Rundum: Lustig, liebevoll, zeitlos und einfach zu verstehen; ein echter, toller Konkurrent zu manchem modernen Disney-Quatsch.


 
 

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