19.06.2013 13:07 Uhr
Das dusselige Dutzend
Über den Sinn und Unsinn deutscher Verkehrsprojekte
Von Anke Petermann, Knut Benzner und Christoph Richter
Nicht jedes Verkehrsprojekt, das in Deutschland geplant wird, hat auch Sinn. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat so gleich zwölf umweltschädliche und verkehrstechnisch sinnlose Straßenbauprojekte identifiziert und diese in einer Liste mit dem Titel ›Das dusselige Dutzend‹ dokumentiert. Aber nicht nur Autobahnen wie die A49, die Kassel und Hannover besser an das Rhein-Main-Gebiet anbinden soll, sind umstritten. Auch andere Verkehrsprojekte wie Flughäfen oder Häfen werden oft an dem Bedarf vorbei geplant. Vom Airport Magdeburg-Cochstedt beispielsweise heben gerade einmal vier Flugzeuge pro Woche ab, 2011 machte der Regionalflughafen fast 2,1 Millionen Euro Verlust. Beim Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven sieht es nicht besser aus: Im Millionen-Euro-teuren Tiefseehafen bleiben die Containerschiffe bislang aus.
Schlusslicht - dieses Etikett erhielt Gelsenkirchen in einer Studie über die Nachhaltigkeit deutscher Großstädte. Überall schnitt die auf 260.000 Einwohner geschrumpfte Ruhrgebietsmetropole am schlechtesten ab. Aber wenn es denn wirklich so schlimm ist, warum ziehen nicht gleich alle weg?
Ein paar Klicks, und schon klappt's mit der Erektion - oder doch nicht? In Deutschland boomt der illegale Online-Handel mit gefälschten Potenzmitteln. Top-Umschlagplatz für die blauen Pillen ist Hamburg. Für die Zollfahnder in der Hansestadt ist der Kampf gegen den Tabletten-Schmuggel eine Sisyphos-Aufgabe.
Manchmal siegt die Vernunft und ein Großprojekt wird pünklich fertig, der Preis bleibt so hoch wie verabredet, und das Projekt ist dann auch noch funktionstüchtig - also anders als beim Berliner Großflughafen oder bei der Elbphilarmonie. Mit einem Augenzwinkern stellen wir Ihnen perfekt funktionierende Großprojekte vor.
Atomstrom kostet deutlich mehr als Ökostrom. Seit 1970 wurde Energie aus Nuklearanlagen mit mindestens 187 Milliarden Euro gefördert. Für erneuerbare Energien gab es nur 54 Milliarden. Diese Zahlen hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft vorgelegt.
Stuttgart 21 und die Kölner U-Bahn - viel Geld wird da vergraben. Und verbuddelt wird auch die letzte Hoffnung des Bürgers, er könne Planern und Politikern grenzenlos vertrauen. Vom Licht am Ende des Tunnels mag schon lange keiner mehr sprechen.
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