Während man im Rest der Republik noch unter dem PISA-Schock stöhnt, ist man in Leipzig bereits einen Schritt weiter. Dort werden seit fünf Jahren im Verein Buchkinder e. V. junge Autoren betreut. Die Initiative ermöglicht es Jungen und Mädchen zwischen 4 und 18 Jahren, eigene Geschichten in Bücher zu verwandeln. Am Anfang steht dabei immer die Idee der jungen Verfasser - mal als Geschichte, mal nur als einfaches Bild.
Unter fachkundiger Anleitung lernen die Kinder und Jugendlichen dann, wie man aus so einer Idee ein Buch gestaltet. Spielerisch entwickeln die Kinder ein Gespür für den Umgang mit Sprache und Büchern, mit Texten und Bildern. Anders als in der Schule, wo oft nur Vorgaben erfüllt werden, behalten die Kinder dabei immer ihre eigene Kreativität im Blick, entwickeln ihre Geschichten weiter bis sie schließlich als Bücher vorliegen. Um Autoren für das Projekt zu gewinnen, stellen die Initiatoren ihre Idee auch in Kindergärten vor. Lesen und Schreiben wird schließlich nicht vorausgesetzt - wer damit Probleme hat, dem helfen die Größeren. Der Verein Buchkinder will keine Eliten- oder Begabtenfrühförderung betreiben, sondern vielmehr interessierte Kinder und Jugendliche an Bücher und Literatur heranführen. "So, wie man ein musikalisches Talent in eine Musikschule schickt, möchten wir jungen Autoren eine Art Schreibwerkstatt bieten", sagt Birgit Schulze-Wehnink von der Vereinsleitung. Bisher haben sich rund 100 Buchkinder an dem Projekt beteiligt. Mit der Zeit sind so über 60 Bücher entstanden - verfasst von Kindern und Jugendlichen.
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