18.06.2013 19:30 Uhr
Der Fall "Hans Schleif"
Familiengeschichte auf der Theaterbühne
Matthias Neukirch und Julian Klein im Gespräch
Es geht nicht nur um unsere Mütter, unsere Väter, es geht auch um unsere Großmütter und Großväter. Einer dieser Großväter war Hans Schleif, Jahrgang 1902. Er war Architekt und Archäologe. Unter anderem hat er das Modell von Pergamon erstellt, das heute im Berliner Pergamonmuseum zu sehen ist. Schleif war zur Zeit des Nationalsozialismus ein renommierter Wissenschaftler, er war Ehemann und Familienvater - und er war Mitglied der SS, zuletzt im Rang eines Standartenführers. Bei Kriegsende nahm Hans Schleif sich das Leben.
Sein Enkel Matthias Neukirch, geboren 1963, ist Schauspieler am Deutschen Theater in Berlin. Für sein Stück "Hans Schleif - Eine Spurensuche" hat er in Dokumenten und Archiven recherchiert und der Geschichte seiner Familie nachgespürt, die ihn zuletzt mitten in die Gegenwart und zu sich selbst geführt hat. Kolja Mensing spricht mit Matthias Neukirch und dem Dramaturgen Julian Klein über die Frage, wie sich die eigene Familiengeschichte auf die Theaterbühne bringen lässt - und wie die Generation der Kriegsenkel heute mit den Erfahrungen ihrer Großeltern und Enkel umgeht.
Am 5. Mai ist die Dichterin Sarah Kirsch gestorben, wie erst diese Woche bekannt wurde. Andrea Marggraf besuchte die einflussreiche Schriftstellerin im Jahr 2006 in ihrem Haus am Deich - und führte dort das letzte Interview, das die Lyrikerin gegeben hat.
Als das Literarische Colloquium Berlin 1963 aus der Taufe gehoben wurde, war diese Institution ein Unikum: Ein Ort, an dem die Grenzen zwischen Literatur, Literaturkritik und Literaturwissenschaft sich auflösen sollten. Inzwischen hat das Haus am Wannsee Konkurrenz bekommen.
Während im Nachbarland Tunesien der Kampf um die Demokratisierung gegen die wachsende Islamisierung entbrannt ist, schauen die Intellektuellen Marokkos zurück, arbeiten sich unter anderem an der Vergangenheit ab.
Der Leipziger Verleger Christian Bernhard Tauchnitz wurde mit seiner ab 1841 veröffentlichten "Collection of British and American Authors" zu einem Pionier des deutschen Buch- und Verlagswesens. Bis 1937 erschienen in der "Tauchnitz Collection" rund 5.300 Bände.
Sie sind faul und dreckig; sie stehlen und lügen; sie sind asozial und entführen kleine Kinder - das sind nur einige der Zuschreibungen, mit denen die sogenannten Zigeuner in den letzten 600 Jahren ausgegrenzt wurden. Vorurteile gegenüber Sinti und Roma finden sich bei Goethe genauso wie in aktuellen literarischen Texten.
Seit gut 35 Jahren schreibt Günter Kunert Gedanken, Prosaminiaturen, Erinnerungsfetzen, Träume in sein "Big Book". Das Kompendium ist eine Fundgrube, die das Verhältnis von Leben und Schreiben literarisch dokumentiert. Der kürzlich erschienene Band "Tröstliche Katastrophe" liefert Aufzeichnungen, die zwischen 1999 und 2011 entstanden sind.
Zwischen Neonazis, Finanzkrise und Patchwork-Familien: Die deutschsprachigen Theaterbühnen sind ständig auf der Suche nach neuem Stoff.
Poetischer Klangraum eines Elements, dem Fortschritt und Verderben eingebrannt ist. Das Element Feuer ist "zutiefst innerlich" und "universal", so der französische Philosoph Gaston Bachelard. Es leuchtet am Horizont und lodert in unserem Inneren.
Von der Zähmung des Feuers bis zum Feuersturm - die literarische Erkundung eines Elements. Die Geschichte der menschlichen Zivilisation beginnt mit der Zähmung des Feuers. Feuer ist mit Erde, Luft und Wasser eines der vier kosmologischen Elemente.
Die Lyrik hat sich viele neue Bühnen erobert: Poetry Slams und Performances, Wettbewerbe und Zeitschriften, Verlagsneugründungen und Netzaktivitäten. Es wird mehr denn je gedichtet, geschrieben und übersetzt. Der "Lyriksommer" vom 14. Juli bis 31. August schöpft aus dieser Vielfalt und präsentiert in den Sendungen der Literatur u.a. Poesie aus Dänemark, dem Iran oder aus den USA.
"Klagelieder" als Zeichen des Mitgefühls - für die Angehörigen der Opfer der rechtsextremistischen Morde und als Anklage der unterbliebenen Ermittlungen. In deutscher und türkischer Sprache.
Beiträge zum Nachhören
Literatur
Ein Himalaya aus Papier - Günter Kunert
Sendezeit: 11.06.2013, 19:30
Sprache im digitalen Zeitalter: Das Literarische Colloquium Berlin wird 50 - und
Sendezeit: 28.05.2013, 19:30
Breit auf dem Rad- Halluzinogene Substanzen in der Literatur
Sendezeit: 16.04.2013, 19:30
dradio-Recorder
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