21.05.2013 19:30 Uhr
Die Fesseln der Herkunft
Literatur aus Kenia (2/2)
Von Johannes Kaiser
In Kenia stammen die meisten Autoren vom Land und so greifen sie dort typische Konflikte und Konstellationen auf: Armut neben extremem Reichtum etwa oder Frauenemanzipation, die an traditionelle Grenzen - bis hin zur weiblichen Genitalbeschneidung - stößt. Die Rolle der Religion wird hinterfragt und die fortschreitende Zerstörung der Umwelt angeprangert.
Auch tauchen immer wieder ethnische Konflikte auf. Für alle Autoren gilt: Sie können vom Schreiben nicht leben. Die Leserschaft ist klein, die Verlage zurückhaltend. Viele Erzählungen erscheinen inzwischen im Internet, werden in ganz Afrika gelesen und diskutiert. Und so heißt es oft, die Zukunft der afrikanischen Literatur liege im Internet.
Drei Wochen lang waren sie mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs: Die Schriftstellerin Peggy Mädler, ihr Vater und ihr Bruder. Moskau - Wladiwostok und wieder zurück, so lautete der Plan. Projektionen, Träume, Erwartungen und Vorstellungen begleiteten sie auf ihrer Reise. Aber vor allem: Dr. Schiwago.
Kalifornien in den 60er- und 70er-Jahren: Hippies und Surfer dominieren die Szene, propagieren "make love not war". Doch die Romane "Kings of cool" von Don Winslow und "Natürliche Mängel" von Thomas Pynchon schauen hinter den Love&Peace-Mythos und zeigen die Realität knallharter Verbrechen, in der es um Korruption und sehr viel Geld geht.
Dank Ölboom und Diamantenhandel ist sie die teuerste Stadt der Welt - und gleichzeitig ein Moloch, in dem Millionen in Armut hausen. Für den angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa ist Luanda nicht nur Schauplatz seiner Bücher, sondern die Stadt spielt immer auch eine Hauptrolle.
Seit 2007 wütet weltweit die Finanzkrise, und immer häufiger nutzen deutschsprachige Bühnen die chronisch drohende Katastrophe als Chance, sich einzumischen, generieren sich in Zeiten wirtschaftlicher Verunsicherung mit Uraufführungen zum Thema als gleichermaßen kritische und moralische Instanz.
Von einer Löwen-Safari zum Diani Beach. Oder Top-Hotels und Urlaub mit Biss - das sind die Angebote, die man im Internet findet, wenn man Kenia eingibt. In den Nachrichten dagegen kommen vor allem Hungersnöte, Terroranschläge und Kriminalität vor. Kenias Literatur schreibt über all diese Themen, zumal die Großstadtliteratur.
Im Sommer 1940 begegneten sich in New York zwei außergewöhnliche Frauen: Carson McCullers und Annemarie Schwarzenbach. Die eine war nach dem grandiosen Erfolg des später auch verfilmten Romans "Das Herz ist ein einsamer Jäger" eine der berühmtesten Autorinnen Amerikas, die Schweizer Schriftstellerin und Journalistin gehörte zu den schillernden Figuren ihrer Zeit.
Seit gut 35 Jahren schreibt Günter Kunert Gedanken, Prosaminiaturen, Erinnerungsfetzen, Träume in sein "Big Book". Das Kompendium ist eine Fundgrube, die das Verhältnis von Leben und Schreiben literarisch dokumentiert. Der kürzlich erschienene Band "Tröstliche Katastrophe" liefert Aufzeichnungen, die zwischen 1999 und 2011 entstanden sind.
Beiträge zum Nachhören
Literatur
Breit auf dem Rad- Halluzinogene Substanzen in der Literatur
Sendezeit: 16.04.2013, 19:30
Warum übersetzen? - Ein Gespräch über Eva Hesse und Ezra Pound
Sendezeit: 19.03.2013, 19:30
Bücherfrühling 3 mit Chr.Schünemann &Jelena Volic, Birk Meinhardt, Nico Bleutge
Sendezeit: 17.03.2013, 01:05
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