Tarzan, der in den USA erstmals Ende August 1912 das literarische Licht der Welt erblickte, entpuppt sich auch in Deutschland zunächst als durchschlagender Verkaufserfolg - bis 1925 die Hetzschrift "Tarzan, der Deutschenfresser" erscheint.
Diese bezieht sich vor allem auf den Band "Tarzan, the Untamed", in welchem Autor Edgar Rice Burroughs die Deutschen als gewissenlose Kolonialisten beschreibt. Dass der US-Amerikaner den kritisierten Roman bereits im Frühjahr 1919 (und damit noch unter dem Eindruck des erst kurz zuvor beendeten Ersten Weltkriegs) verfasste, erwähnt die Hetzschrift nicht. So muss für deutsche Leser der Eindruck entstehen, als handele es sich bei "Tarzan, the Untamed" um ein aktuelles Werk.
Burroughs und sein deutscher Verleger versuchen alles, um der plötzlich einsetzenden Pressekampagne entgegenzuwirken - vergeblich. Mit dem achten Band stellt der Stuttgarter Dieck-Verlag seine Tarzan-Reihe daraufhin notgedrungen ein.
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Beiträge zum Nachhören
Literatur
Breit auf dem Rad- Halluzinogene Substanzen in der Literatur
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Warum übersetzen? - Ein Gespräch über Eva Hesse und Ezra Pound
Sendezeit: 19.03.2013, 19:30
Bücherfrühling 3 mit Chr.Schünemann &Jelena Volic, Birk Meinhardt, Nico Bleutge
Sendezeit: 17.03.2013, 01:05
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