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24.06.2007
Norilsk (Bild: Boris Schumatsky) Norilsk (Bild: Boris Schumatsky)

Wie ein anderer Planet

Norilsk im sibirischen Polargebiet

Von Boris Schumatsky

Hier kann der Mensch eigentlich nicht leben. 300 Kilometer hinter dem Polarkreis dauert der Winter neun Monate, die Temperatur sinkt auf minus 50 Grad. Die Luft ist dünn und giftig, der Boden zu Stein gefroren und vom ewigen Wind glatt poliert. Ein anderer Planet.

Über Tausende Kilometer erstreckt sich die Tundra um die Stadt, durch die verschneite Wüste führt keine Eisenbahn, keine Straße. Norilsk erreicht man mit dem Flugzeug. Schiffe kommen während des kurzen Polarsommers entweder über den Jenissej oder über das Eismeer in Begleitung von Atomeisbrechern. Hierher hatte der Sowjetstaat einst seine Feinde verbannt. Unter der Stadt liegen gewaltige Vorkommen an Nickel, Kupfer, Platin und Gold. Das von den Gulag-Häftlingen erbaute Nickelkombinat ist heute eines der profitabelsten Unternehmen Russlands und Weltmarktführer in der Nickelproduktion. Was hält über 200.000 Menschen an diesem ungastlichen Ort?

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