Der Chimborazo ist mit 6300 Metern der höchste Gipfel Südamerikas. Wie eine gigantische Gottheit, gekrönt von einer Haube aus ewigem Eis, thront der erloschene Vulkan mit 16 Gletschern über dem Hochland. Ecuador ist Indianerland. 80 Prozent der Einwohner sind Indios und Mestizen, die meisten gehören zum Volk der Quichua. Seit vorkolonialer Zeit nutzen die Indios die Gaben des Vulkans.
Über das Leben und die Sitten der Altgläubigen erzählt man sich in Russland haarsträubende Geschichten. Die Alltagsregeln in einer altgläubigen Familie sind allerdings tatsächlich strenger als anderswo.
Das kleine Dorf Ugolskoje liegt im mittelrussischen Kostromagebiet, unweit der Wolga. Unter den Dorfbewohnern sind die Witwen in der Überzahl. Russische Männer sterben früh. Die alten Frauen versammeln sich einmal, zweimal im Jahr, zu Hochzeiten, Geburtstagen oder Begräbnissen. Dann wird viel geweint, gesungen und natürlich auch getrunken.
Chamiriari ist eine kleines Dorf am Rio Perené im peruanischen Regenwald. Die gut 200 Menschen, die hier leben, gehören zum indigenen Volksstamm der Asháninka. Es gibt keine Straße, keinen Strom, nicht einmal Kerzen, und bis zum nächsten Arzt ist es eine Tagesreise. Doch es gibt Wald, sehr viel Wald. Seit Menschengedenken bietet er Schutz, Nahrung, Medizin und spirituelle Orientierung.
Alexis Sorbas, der in Wirklichkeit Giorgos hieß, aber auf Wunsch seiner Familie im Roman einen anderen Vornamen bekam, wurde in Katafigi geboren, einer 2000-Seelen-Gemeinde am Olymp. Sein Haus steht noch, und der ansässige Kulturverein versucht derzeit, dort ein kleines Museum einzurichten.
Reggae im Salento, dem heißesten Teil Süditaliens, wo die Programme zur Bekämpfung der Massenarmut kamen und gingen, wo Investitionen durch Misswirtschaft und Korruption vernichtet wurden, wo die Jungen in den Norden auswandern, um Arbeit zu finden, wo die Mafia die Macht immer noch fest in der Hand hält.
Kris Tindige stammt von einem winzigen Archipel vor der Nordküste Sulawesis, wo Indonesien fast schon aufhört und die Philippinen fast schon anfangen. Heute zählt er zu den renommiertesten Vogelkundlern der Erde. Er hat weite Teile der indonesischen Provinz Papaua auf Neuguinea zu Fuß erkundet, und gilt auch als Kenner der komplizierten Stammesstrukturen auf der Welt zweitgrößter Insel.
Helene Reibstein, bis zum Ende der DDR Melkerin in einer Genossenschaft bei Wittenberge an der Elbe, stammt aus Podlushje, einem Dorf knapp 40 Kilometer südlich von Brest am Bug. Dort, im heutigen Weißrussland, wurde sie 1929 geboren. Jetzt, mit Mitte siebzig, möchte Helene noch einmal die Orte der Kindheit sehen. Ihr Neffe wird sie ins Land ihrer gemeinsamen Vorfahren begleiten.
Ein Rentierpulk jagt über die blitzenden Riesenflächen überschneiter Seen, durch die ungemessene Tiefe lichter Märchenwälder. Es ist das Reich der großen Einsamkeit, fern aller harten Wirklichkeit. "Lapin hullu" nennen es die Sami in ihrer Sprache. Lapplandsehnsucht.
Bengtskär ist nicht größer als ein Fußballfeld und liegt so weit südlich, dass die Insel auf den meisten Landkarten Finnlands fehlt. Dabei erhellt dort seit 100 Jahren der höchste Leuchtturm Skandinaviens die tückischen Gewässer am Eingang zum Finnischen Meerbusen. Seit man im Leuchtturm übernachten kann, ist Bengtskär die südlichste bewohnte Insel Finnlands.
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Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Choro d´Arte aus Augsburg
Sendezeit: 24.05.2013, 10:53
Kulturtipps (- Freitag, 24.05.2013 - 10:20Uhr)
Sendezeit: 24.05.2013, 10:41
" Frühling auf dem Mond", von Julia Kissinar, Suhrkamp, Berlin, 2013
Sendezeit: 24.05.2013, 10:35
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