Unser Kollege Hans von Trotha bloggt live von der Buchmesse und begibt sich auch zu den Nebenschauplätzen des literarischen Betriebes.
"Küsschen, Küsschen" ist die Devise des Fachpublikums. Alle fallen sich um den Hals. Nach fast einer Woche Messe in einer stickigen Halle spüren viele die Auswirkungen.
Auf der Messe steht der Autor im Mittelpunkt, wahlweise auch das Event um den Autor. Und das, obwohl die Denker der Postmoderne den Autor doch für abgeschafft erklärten.
"In drei Schritten zum eigenen Buch" heißt ein Faltblatt, was unser Autor während der Leipziger Messe in die Hände bekommt. Digitale Veröffentlichungen scheinen ganze einfach zu sein. Ganz überzeugt ist er am Ende aber nicht.
Am Wochenende kommen vermutlich noch mehr Menschen auf die Leipziger Buchmesse als bisher und unser Autor will verstehen, was die Besucher anzieht. Im Gedränge kann er sich aber kaum auf das konzentrieren, worum es eigentlich gehen soll: die Literatur.
Gefühlt wollen alle Besucher gleichzeitig zur Messe und unser Autor quetscht sich mitten hinein. Von den Parties des Vorabends ist er nicht so angetan.
Auf der Buchmesse laufen seltsame Gestalten herum und zeigen unserem Autor, dass es Unmengen (Dress)Codes gibt, die er nicht kennt. Nach einer Diskussionsrunde philosophiert er über den Sinn und Unsinn von Buch-Untertiteln.
Eigentlich dem Wunsch folgend, sich irgendwo hinzusetzen, steht Hans von Trotha bald wieder auf, wenn er einen Platz gefunden hat. Denn er spürt, dass er etwas verpasst. Aber immerhin schließt er erste anonyme Freundschaften.
Unser Autor hat die Seiten gewechselt und ist vom Messebesucher zum Veranstalter geworden. Er hat Ilja Richters Lesung mit ungarischer Literatur moderiert und dabei einen der angesagtesten Clubs Leipzigs für sich entdeckt.
Unser Autor hat sich in die große Messehalle zu den Zuhörern der Buchpreisverleihung gesetzt. Und wundert sich zugleich über eine Werbekampagne der Messe und der Branche für das Medium Buch.
Schauspieler Heiner Lauterbach macht Werbung für sein zweites Buch, junge Autoren können sich Nachhilfe geben lassen und viele, viele Besucher drängen sich in den Hallen.
Das größte Lesefest Europas hat angefangen. Doch selbst in einer Lesung von Péter Esterházy dreht es sich nicht nur um Literatur, beim Rausgehen unterhalten sich viele Besucher vor allem über den neuen Papst.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Die Kobra kann gefährlich sein - Verletzungen und Beschwerden beim Yoga
Sendezeit: 16.06.2013, 17:30
Jahrestagung Krebszentren Deutschlands: Register gegen Darmkrebs
Sendezeit: 16.06.2013, 17:20
Weiter viel Arbeit am Deichbruch in Sachsen-Anhalt
Sendezeit: 16.06.2013, 17:17
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