Nirgendwo treibt der Kitsch größere Blüten als an den Souvenirständen in aller Welt. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir auf Reisen besonders anfällig dafür sind. Vieles lässt sich auf die Schnelle gar nicht ins heimische Kitsch-Raster einordnen. Der Griff zum afrikanischen Salatbesteck made in China oder zum David-Kopf aus Gips - er passiert einfach automatisch! Unsere Korrespondenten haben sich auf Entdeckungstour in den Touristenzentren von Rom, New York, Barcelona und Hongkong gemacht.
Weitere Themen:
Starke Kerle, wahre Freundschaften
Die Filmgeschichte ist ohne Kitsch nicht zu denken. Der Plot "Frau sucht Mann fürs Leben" gehört zum kitschträchtigsten, was die Kinoleinwand zu bieten hat - bis heute. Doch es gibt auch klassischen Männerkitsch: Von Winnetou und Old Shatterhand bis zu "Brokeback Mountain", von James Bond bis Superman. Tolle Jungs, tolle Pferde, tolle Geräte gehören zum Männerkitschfilm unbedingt dazu. Und natürlich die echte Männerfreundschaft.
Ist Kitsch peinlich?
Die Moderne wollte den Kitsch aus unserem Leben eliminieren. Und wer was auf sich hält, lebt gefälligst mit Designklassikern, gespachtelten Wänden und kargen Dielen- oder Betonböden. Nippes - nein danke, und wenn, dann allenfalls mit ironischem Subtext. Doch zum Glück gibt es mitten unter uns auch noch fanatische Kitschbekenner: Menschen, die sich mit Sammelfiguren, alten Fotografien im Goldrahmen oder Brokatvorhängen und Häkeldeckchen umgeben. Weil sie davon überzeugt sind, dass weder das Hirschgeweih im Hippster-Café noch die Winke-Katze im schicken Klamottenladen wirkliche Wärme in unser Leben bringen. Ein Plädoyer.
Gast im Studio: Renate Flagmeier, Leitende Kuratorin des Berliner Museums der Dinge
Beiträge zum Nachhören
Neonlicht
Würstchen mit Pommes - nein danke!
Sendezeit: 12.02.2012, 14:20
Correll Correll - Deutsches Modelabel bei der New Yorker Fashion Week
Sendezeit: 12.02.2012, 14:15
Schlafen statt Feiern
Sendezeit: 12.02.2012, 14:10
dradio-Recorder
im Beta-Test: