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15.07.2012
Istanbul mit Brücke über den Bosporus. (Bild: AP) Istanbul mit Brücke über den Bosporus. (Bild: AP)

Urbane Interventionen

Moderation: Mandy Schielke

Die Stadt als Ort der Intervention: In Istanbul wurde das Partyviertel rund um den Taksim-Platz vor einem Jahr geräumt. In Mumbai werden traditionelle Chawls durch Hochhäuser ersetzt. Und in Hamburg gibt es eine Initiative behutsamer Eingriffe, die weniger gravierende Veränderungen bewirken. Außerdem stellen wir das neue It-Girl der südafrikanischen Hiphop-Szene vor.

Tischlein deck dich!
Von Luise Sammann
Vor einem Jahr wurde das beliebteste Ausgehviertel in Istanbul geräumt. An den Wochenenden schoben sich Millionen Menschen durch die engen Gassen rund um den Taksim-Platz. 3000 Lokale konnten sich vor Gästen nicht retten. Ein Jahr später herrscht dort gähnende Leere. Die Stadtverwaltung strebt eine geordnete Aufwertung an. Doch bislang dürfte zumindest der Umsatz eher gesunken als gestiegen sein.

Urban Redevelopment auf Indisch
Von Anna Marie Goretzki
Die Chawls sind eine Mumbaier Spezialität. Einst wurden die einfachen, mehrgeschossigen Blocks für die Textilarbeiter gebaut, die in der Stadt eine neue Bleibe suchten. Doch inzwischen sind die alten Häuser baufällig und die Hygienebedingungen nicht gerade zeitgemäß. Trotzdem lieben die Chawl-Bewohner ihr Heim, weil nachbarschaftliche Verbindungen quasi miteingebaut sind. Keine Chance - die Chawls werden plattgemacht nach und nach durch Hochhäuser ersetzt.

Labor für urbane Interventionen
Von Louise Brown
"Urbane Intervention" ist fast schon zu einem Modebegriff geworden. Künstler, Architekten und Designer ergreifen die Initiative und wollen vernachlässigte Stadträume mit kleinen Eingriffen verändern. Unter ihresgleichen sind solche Aktionen beliebt. Nicht immer verändern sie aber etwas, sondern genügen sich selbst. Eine Forschergruppe in Hamburg versucht zu analysieren, was funktioniert und was nicht.

Weiblich, rappend und auch noch eine Heilerin
Von Kerstin Poppendieck
Das neue It-Girl der südafrikanischen Hiphop-Szene heißt Kanyi. Sie stammt aus einem Township in Kapstadt und gehört seit ihrem Album, das sie in DIY-Manier im Schlafzimmer produzierte, zur festen Größe in der Szene. Popkultur und Tradition stellen keine Widersprüche für sie dar. Kanyi wurde nämlich auch zur traditionellen Heilerin erwählt. "Ich verbinde zwei uralte afrikanische Traditionen: Die des Heilens und des Sprechgesangs. Und Musik ist ein tolles Heilmittel."


 
 

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