In vielen Institutionen wird bereits heute darauf verzichtet, Qualifikationsarbeiten als Buch vorzulegen. (Bild: AP)
Autoren und Verlage fragen sich zurzeit: Werden gedruckte Bücher in der wissenschaftlichen Kommunikation noch eine Rolle spielen? Der Verleger Volker Schwarz prognostiziert, dass diese Texte in Zukunft über die elektronischen Medien frei zugänglich sein werden.
Die einen - insbesondere die ältere Generation - können sich mit dem Gedanken, wissenschaftliche Texte nur noch im Internet oder als E-Book zu erhalten, nicht anfreunden. Sie betonen, dass die Leser ein haptisches Bedürfnis haben, das heißt, ein Buch in die Hand nehmen, darin blättern und Anmerkungen anbringen wollen und dass Informationen, die nur am Bildschirm angeboten werden, nur schwer im Gedächtnis hängenbleiben.
Die jüngeren Wissenschaftler dagegen haben ihre Lese- und Informationsgewohnheiten bereits auf die digitalen Medien eingestellt und genießen die Vorzüge des direkten Zugriffs auf die Literatur, ohne Zeitverzug und mit der Möglichkeit, Fundstellen punktgenau zu recherchieren, am eigenen Arbeitsplatz auszudrucken und sie in eigene Manuskripte einzuarbeiten - auch auf die Gefahr hin, damit ein Plagiat zu begehen.
In vielen wissenschaftlichen Institutionen wird bereits heute darauf verzichtet, Qualifikationsarbeiten wie Dissertationen und Habilitationen als Buch vorzulegen. Autoren bieten als sogenannte Selbstverleger ihren Text im Internet an, verlegerische Leistungen wie Lektorat, Korrektur, Textformatierung und Setzerei, Drucken und Buchbinden entfallen dabei.
Die Nachteile, die mit dieser Entwicklung einhergehen sind:
Dr. Volker Schwarz, Verleger - 1942 geboren in Karlsruhe, in den 60er-Jahren Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaft in Freiburg, Lausanne und Berlin. Anschließend wissenschaftlicher Assistent am Institut für öffentliches Recht und Europarecht an der Universität Freiburg.
Von 1974 bis 2002 Geschäftsführer der Nomos-Verlagsgesellschaft in Baden-Baden. Während dieser Zeit von 1989 bis 1992 Vorsitzender des Verlegerausschusses des Börsenvereins, 1992 bis 1996 Präsident der Europäischen Verlegervereinigung in Brüssel und 1993 bis 2002 Vorsitzender des Verbandes der Verlage und Buchhandlungen in Baden-Württemberg. Ab 2002 geschäftsführender Gesellschafter des Berliner Wissenschafts-Verlags.
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