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28.07.2009
Brad Pitt, Diane Krüger und Quentin Tarantino bei den Filmfestspielen in Cannes. (Bild: AP) Brad Pitt, Diane Krüger und Quentin Tarantino bei den Filmfestspielen in Cannes. (Bild: AP)

Arrogant, eloquent - und bester Darsteller

"Inglourious Basterds" mit Christoph Waltz

Von Kerstin Ruskowski

Fast hätte Regisseur Quentin Tarantino seinen Film "Inglourious Basterds" nicht gedreht, weil er keine Besetzung für die Rolle eines Nazi-Oberst fand. Schließlich entschied er sich für den Wiener Schauspieler Christoph Waltz. Keine schlechte Wahl: Waltz wurde in Cannes ausgezeichnet.

Nachdem er acht Jahre an dem Drehbuch gearbeitet hatte, verliefen die Dreharbeiten sehr zügig: Nur zehn Monate nach der ersten Klappe präsentierte der als Kultregisseur gefeierte Amerikaner Quentin Tarantino seinen Film "Inglourious Basterds" im vergangenen Mai bei den Filmfestspielen in Cannes. Dort, wo er 15 Jahre zuvor die Goldene Palme als bester Regisseur für "Pulp Fiction" erhalten hatte, stellte Tarantino in diesem Jahr seine Interpretation des Zweiten Weltkrieges vor - der Versuch, aus dem sensibelsten Kapitel der deutschen Geschichte eine fiktive amerikanische Erfolgsstory zu machen, über eine Gruppe von nazimordenden Profikillern unter Führung von Brad Pitt.

"Ich nehme an, Du weißt, wer wir sind."

"Sie sind Aldo, der Apache."

"Wenn Du uns kennst, Werner, dann weißt Du ja, dass wir nicht im Gefangennehmen-Geschäft sind. Wir sind im Nazistöten-Geschäft. Und das Geschäft, mein Freund, das brummt."

Auf dem Feldzug der "Basterds" gegen die Nazis fließt reichlich Blut - typisch Tarantino eben. Und auch sonst bleibt der Amerikaner seinem Stil treu: Sequenzen in Zeitlupe, dazu folkloristisch angehauchte Gitarrenmusik und ein verschachtelter Erzählstil.

In Cannes sagte Tarantino, er habe das Projekt "Inglourious Basterds" beinahe begraben, weil er keine geeignete Besetzung für die Rolle des Nazi-Oberst Hans Landa finden konnte. Doch dann wurde der Regisseur doch noch fündig:

"Das ist ein Bingo. Sagt man das so? Das ist ein Bingo?"

"Es heißt einfach Bingo."

Christoph Waltz, geboren 1956 in Wien, spielte schon oft die unangenehmen, leicht schmierigen Typen - ob im Tatort, bei "Polizeiruf 110" oder im Kino. Der Figur des Hans Landa verleiht Waltz eine arrogante Überheblichkeit, die durch eine beeindruckende Eloquenz gerechtfertigt wird.

Landas mühelose Mehrsprachigkeit wird dem Anführer der Basterds, gespielt von Brad Pitt, im Film zum Verhängnis. Und auch Christoph Waltz macht dem Superstar Brad Pitt jetzt ernsthafte Konkurrenz. Schließlich wurde in Cannes nicht Brad Pitt, sondern Christoph Waltz als bester Darsteller gefeiert.


 
 

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