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15.06.2010
Maaß: Risiko im Verhältnis zum afghanischen Präsidenten Karsai. (Bild: AP) Maaß: Risiko im Verhältnis zum afghanischen Präsidenten Karsai. (Bild: AP)

Citha Maaß: Man sollte die Sensation herunterspielen

Afghanistan-Expertin sieht Berichte über Rohstoffvorkommen kritisch

Die Afghanistan-Expertin der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Citha Maaß, hat die jüngsten amerikanischen Berichte über neu entdeckte Rohstoff- und Bodenschatzvorkommen in Afghanistan als Ablenkungsmanöver bewertet.

Der Befehlshaber der Internationen Truppen in Afghanistan, General Peträus, wolle das allgemeine Interesse auf ein anderes Thema, quasi auf einen Nebenkriegsschauplatz lenken, sagte Maaß: "Und zwar ablenken von den doch sehr begrenzten Erfolgen, die die NATO-Operation in Südafghanistan bislang gezeitigt hat."

Die Nachricht von den Rohstoff- und Bodenschatzfunden sei keine neue Information, betonte Maaß: "Deswegen sollte man die Sensation auch herunterspielen." Bereits seit 1980 seien diese Fundstellen von sowjetischen Geologen erkundet und kartografiert worden; seit 2004 und in den Jahren danach seien sie auch von amerikanischen Geologen systematisch in Karten erfasst worden. Die Amerikaner glaubten, "dass sie mit dieser Mediensensation das Weltinteresse gewinnen können".

In dem Vorgehen der Amerikaner sehe sie allerdings ein Risiko im Verhältnis zum afghanischen Präsidenten Karsai, äußerte Maaß: "Wenn Afghanistan wirklich so reiche Bodenschätze hat, ( ... ), dann kann natürlich auch Präsident Karsai das gegen die Amerikaner verwenden und sagen: 'Die Amerikaner können nur in Zusammenarbeit mit Präsident Karsai an diese Bodenschätze herankommen.' Und damit würde der Wert von Präsident Karsai steigen, der in den letzten Wochen sich ja als immer schwierigerer Gesprächs- und Kooperationspartner erwiesen hat. Da sehe ich das eigentliche Problem."


 
 

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