Im Streit über die Zukunft der Politologie an der Universität Göttingen hat der Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen, Jürgen Mlynek, die Entscheidungsbefugnis der Hochschulleitung betont.
Es sei nicht Sache der Kommission, welche Konsequenzen die Hochschulen aus den Gutachten und Empfehlungen zögen, sagte Mlynek am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Wenn der Göttinger Universitätspräsident Kurt von Figura der Meinung sei, "dass er aufgrund von was für Zwängen auch immer, Kürzungen welcher Art auch immer, bestimmte Dinge zur Disposition stellen will oder muss, um anderes zu stärken, dann ist das die Entscheidung der Universität Göttingen".
Der Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen und Präsident der Helmholtz-Gesellschaft räumte ein, dass es bei den Formulierungen in den Berichten einen gewissen Interpretationsspielraum gebe.
Nach seiner Auffassung stehen die Kürzungspläne des Universitätspräsidenten für die Politologie nicht unbedingt im Widerspruch zu den Empfehlungen der Gutachter. Diese hätten dafür plädiert, das Profil in den Bereichen Soziologie und Politikwissenschaft zu schärfen, erläuterte Mlynek. "Profilschärfung kann bedeuten, "dass man Bereiche, die in der Begutachtung nicht so gut wegkommen, entweder stärkt oder aufgrund von starken Bereichen schwächt".
Von Figura habe sich für eine der beiden Möglichkeiten entschieden. "Diesen Spielraum gibt es bei Empfehlungen dieser Art immer", so Mlynek.
Sie finden das vollständige Gespräch mit Jürgen Mlynek als Audio in der rechten Spalte.
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