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23.10.2007
Bode: Gesundheitlich umstrittene Zusatzstoffe verbieten. (Bild: AP) Bode: Gesundheitlich umstrittene Zusatzstoffe verbieten. (Bild: AP)

Thilo Bode: Intransparenter Lebensmittel-Markt

Foodwatch-Chef für striktere Regeln

Der Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch, Thilo Bode, hat mehr Transparenz und striktere Regeln für den Lebensmittelmarkt gefordert. Bisher könnten die Konsumenten die Qualität von Nahrungsmitteln nicht bewerten, weil sie nicht genug über die Inhaltsstoffe und Herstellungsweise wüssten, sagte Bode anlässlich des heutigen Erscheinens seines Buchs "Abgespeist". Er forderte ein Auskunftsrecht der Verbraucher gegenüber den Unternehmen in der Lebensmittelbranche. Dann würde "weniger gelogen und geschwindelt" als bisher.

Außerdem wäre es "ein großer Fortschritt", wenn alle gesundheitlich umstrittenen Zusatzstoffe verboten würden. Diese machten etwa die Hälfte der mehr als 350 Farb-, Konservierungs- und anderer Zusatzstoffe aus. Anschließend könnten verschiedene Qualitätsklassen festgelegt werden, beispielsweise eine für "Lebensmittel ohne Zusatzstoffe", so Bode. Allerdings wehre sich die Industrie gegen einen solchen Schritt, weil dadurch bestimmte Produkte diskriminiert würden.

Der Foodwatch-Gründer kritisierte, dass sich nach dem Gammelfleisch-Skandal nichts geändert habe, weil das Kernproblem nicht angegangen werde. Schließlich handele es sich um Abfall, der aber "völlig unkontrolliert hin und her transportiert" werde. Nötig sei deshalb, die Hersteller haftbar zu machen, wie es auch bei Industrieabfällen der Fall sei. "Die Schlachthöfe, die Fleischkonzerne müssten haften für den Abfall, dann hätten wir das Problem nicht mehr."

Bode bezeichnete es als "Unverschämtheit", eine Billigmentalität der Verbraucher für das Gammelfleisch verantwortlich zu machen. Wenn preisgünstige Autos wegen defekter Bremsen "reihenweise gegen Bäume" führen, würde auch nicht den Konsumenten die Schuld gegeben. Die Verbraucher dürften sich das nicht länger gefallen lassen, sondern müssten sich zusammenschließen, um politischen Druck auszuüben, betonte Bode. "Die Politiker werden nichts tun, wenn sie nicht merken, dass die Leute sauer werden."

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 23.3.08 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


 
 

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