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29.04.2008
Der Historiker Michael Wolffsohn. (Bild: AP) Der Historiker Michael Wolffsohn. (Bild: AP)

Historiker: Den rechten Rand einbinden

Michael Wolffsohn nennt "Junge Freiheit" ein "Scharnier in der Grauzone"

Michael Wolffsohn kann sich den in die Kritik geratenen designierten Kultusminister Thüringens, Peter Krause (CDU), als Minister vorstellen. Man solle Krause eine Chance geben, sagte der Historiker von der Bundeswehruniversität München.

Krause war wegen seiner zehn Jahre zurückliegenden und sechs Monate dauernden Tätigkeit bei der konservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" stark kritisiert worden. Wolffsohn plädierte dafür, über Personen wie Krause den politisch rechten Rand, der sonst zu den extremen Parteien abzudriften drohe, in das demokratische System einzubinden.

Wörtlich sagte Wolffsohn: "Man soll einem Menschen wie Herrn Krause durchaus eine Chance geben. Ich halte es als Demokrat für eine Notwendigkeit, diejenigen, die von links oder rechts dem parlamentarisch-demokratischen System skeptisch gegenüberstehen, zu gewinnen."

In der CDU habe sich Krause bewährt, es gebe keine verfassungsfeindlichen Äußerungen von ihm. Außerdem müsse man unterscheiden - die "Junge Freiheit" sei nicht mit Neonazis gleichzusetzen, sondern sei ein "Scharnier in der Grauzone". "Und da muss man eben genau hinschauen, wo steht ein Mann wie Krause." Er glaube dem designierten Kultusminister, wenn dieser sage, er habe aus Naivität bei dem Blatt gearbeitet, sagte der Historiker.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 29.9.08 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


 
 

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