Der Sozialwissenschaftler Oscar Negt hat in Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise vor einer weiteren Plünderung des Sozialstaates gewarnt. Es drohe sowohl in Europa als auch in Amerika ein Auseinanderfallen der Gesellschaft, sagte Negt.
Es werde zu wenig darüber diskutiert, welche Auswirkungen die Finanzhilfe der US-Regierung auf deren öffentlichen Haushalt habe. "Das Geld muss ja irgendwo herkommen." Die Unterstützung der Regierung belastete die eigentlichen Aufgaben des öffentlichen Haushalts wie beispielsweise das Gesundheitssystem.
Negt bewertete die Finanzkrise als ein Symptom für eine Weltanschauung des Neoliberalismus, in dem die Gesellschaft zum Anhängsel des Marktes geworden sei. Dabei seien die Gestaltungsaufgaben der Politik völlig verloren gegangen: "Wenn auf einen Dollar wirkliche Ware etwa 200 bis 300 Dollar Finanzspekulationen gehen, sind hier Wirklichkeitsschichten auseinander gedriftet, die in der Tat den Zusammenhalt der Gesellschaft bedrohen", sagte Negt.
Es habe etwas Gespenstisch-Absurdes an sich, dass jetzt mit 700 Milliarden Dollar ein marodes Finanzsystem gestützt werden soll: "Ich glaube nicht, dass das wirklich funktioniert".
Das vollständige Gespräch mit Oscar Negt können Sie bis zum 26.02.09 als
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