Der Regisseur und Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, hat die neuerliche Vergabe des Mülheimer Dramatikerpreises an Elfriede Jelinek für ihr Stück "Rechnitz (Der Würgeengel)" kritisiert. "Die Jelinek kriegt diesen Preis jetzt zum dritten Mal, und ich finde: Einmal wäre auch gut gewesen", sagte Peymann.
Der Jury warf er Phantasielosigkeit, mangelnden Überblick und "Blindheit auf zwei Augen" vor. Sogar Jelinek würde ihm zustimmen, wenn er sage, dass die Proportionen einfach nicht stimmten: Weder Peter Handke, noch Peter Turrini, noch Thomas Bernhard hätten den Preis je bekommen.
Nach Ansicht Peymanns hat Jelinek in den vergangenen Jahren, vor allem nach der Verleihung des Literaturnobelpreises 2004, keine richtigen Dramen mehr geschrieben, sondern häufe Berge von Material an und produziere "Textwürste". "Die Jelinek kann unendlich viel mehr als ihre letzten Stücke", sagte Peymann.
Zugleich äußerte er große Bewunderung für die österreichische Autorin. "Ich liebe sie auf eine bestimmte Weise und ich sehe sie gerne." Allerdings sehe er auch die zerstörerische Wirkung des Nobelpreises mit seinem "wahnwitzigen Ruhm". Jelinek habe selbst gesagt: Warum hat der Handke ihn nicht gekriegt? "Es steht mir nicht zu das zu sagen, aber: Ich habe Angst um sie", sagte Peymann.
Das vollständige Gespräch mit Claus Peymann können Sie bis zum 3.11.2009 als
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