Es waren Tage und Wochen, in denen alles möglich schien: Aus ganz unterschiedlichen Motiven, doch mit ähnlichen Gefühlen meldeten sich vorwiegend junge Leute zu Wort, gingen auf die Straße, glaubten ihre sozialen und politischen Utopien in die Realität umsetzen zu können. Im Jahr 1968, vor 40 Jahren, erreichte diese Jugend- und Protestbewegung ihren Höhepunkt.
1968 war auch ein Datum für die Kunst: An der Literatur zum Beispiel ging die Revolte nicht vorbei. Die Schriftsteller reagierten, mit neuen ästhetischen Ideen und Ansätzen. Ein Begriff stand dabei im Mittelpunkt: die Wirklichkeit! Sie galt es auch literarisch zu verändern.
Für die USA war 1968 ein in vielerlei Hinsicht traumatisches Jahr: Zwei bedeutende Männer, Martin Luther King und Robert F. Kennedy, wurden innerhalb weniger Wochen erschossen, die Ermordung Kings löste in den schwarzen Ghettos gewaltige Aufstände aus, in Vietnam sahen sich die USA mit einer großangelegten Offensive nordvietnamesischer Truppen und des Vietcong konfrontiert.
"Wenn Frankreich sich langweilt" - unter diesem Titel erschien am 15. März 1968 ein berühmt gewordener Artikel in "Le Monde". Da war zu lesen, in Spanien und in Deutschland, in Japan und sogar in Polen würden die Studenten demonstrieren, aktiv sein, kämpfen. Die französischen Studenten aber beschäftigten sich mit der Frage, ob die Mädchen der Universität Nanterre die Schlafräume der Jungen betreten dürften.
Im August 1968 ging ein historischer Abschnitt zu Ende, der in Ost und West gleichermaßen vielen Menschen Hoffnung gemacht hatte. Der Prager Frühling, der Versuch, in der Tschechoslowakei einen menschlichen Sozialismus aufzubauen, wurde durch die Intervention der Warschauer-Pakt-Staaten zerstört.
Im Verlauf des Themenabends kommen Zeitzeugen zu Wort, die von Landeskorrespondenten des Deutschlandradios befragt wurden. Es sind nicht prominente 68er aus den Zentren des Geschehens, sondern Menschen, die einen jeweils ganz eigenen Bezug zu den Ereignissen hatten, im Westen und im Osten Deutschlands. Zufällig ausgewählt, sind Ihre Aussagen doch ein Kaleidoskop des Jahres 1968, in dem alles möglich schien.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Jüdische Humangenetik/ online
Sendezeit: 25.05.2012, 18:07
Jüdische Bibliothek in Hannover/ online
Sendezeit: 25.05.2012, 18:07
Zukunft von Schlecker - Tagung Gläubiger-Ausschu0
Sendezeit: 25.05.2012, 17:52
dradio-Recorder
im Beta-Test: