Nicht nur Kritik an der Religion übte Nagib Machfus; immer wieder schilderte der bisher einzige arabische Literaturnobelpreisträger auch die Hoffnungslosigkeit vieler Menschen, die Korruption im Land, prangerte Ideologien an und ihre fatalen Folgen. Am 11. Dezember wäre der der ägyptische Schriftsteller 100 Jahre alt geworden.
Anlässlich des Todes von Christa Wolf wiederholen wir eine Lesung der Autorin aus ihrem letzten Roman. Ausgangspunkt ist darin ihre Aufenthalt in Kalifornien 1992.
Mitten im Oktober werden erfahrungsgemäß immer besonders viele neue CDs veröffentlicht. Was dabei an aktuellen Clubsounds aus verschiedenen Genres erscheint, ist Funk und Soul von Randa & The Soul Kingdom, Sola Rosa und The Mighty Mocambos sowie neue Cumbia Digital vom Argentinier El Hijo de la cumbia und dem Gotan Project.
Das Werk basiert auf den "Huit Etudes paraboliques", die 1972 im Elektronischen Studio des WDR realisiert wurden. Durch Mischung und Überlagerung entstanden daraus weitere Stücke.
Noch zu Anfang des christlich-abendländischen Musikbetriebs war stets ein einhelliges Unisono gefragt, wo immer das Lob Gottes gesungen werden sollte. Nach neuesten Erkenntnissen stammt die erste Idee zum mehrstimmigen Kirchengesang aus der Feder des Abtes Hoger von Werden
Wo historisch vorne ist, scheint klar zu sein. Doch oft wohnt der Avantgarde eine Doppeldeutigkeit inne, die manchmal nur die Sackgasse als Ausweg lässt. Eine Sendung über historische Vorläufer und gegenläufige "Geisterfahrer".
Das Wirken von Andreas Hammerschmidt ist untrennbar mit dem Musikleben der Stadt Zittau verbunden. Von 1639 bis zu seinem Tod 1675 war er als Organist an der dortigen St. Johanniskirche tätig. Der Schwerpunkt seines kompositorischen Schaffens lag dabei naturgemäß auf der Kirchenmusik.
Sie scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen: Improvisierende Großformationen. Immer mehr Musiker schließen sich zu größeren Gruppen zusammen, um im vielköpfigen Ensemble das Feld der freien Improvisation erneut zu befragen.
Deutschland hielt im Juli den Vorsitz des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Hinterlässt der deutsche Vorsitz Spuren? Wie ist es um die immer wieder geforderte Reform des Sicherheitsrates bestellt? Ist die Bundesrepublik gut aufgestellt, wenn es um die Frage eines ständigen Sitzes geht?
Die Stuttgarter Integrationsministerin Bilkay Öney regt an, die Optionspflicht für Doppelstaatler zu beenden. Bislang müssen die sich zwischen der deutschen und der jeweils anderen Staatsbürgerschaft entscheiden, falls diese außerhalb der EU liegt. Was meinen Sie: Verhindert das Konflikte? Trägt es zur Integration bei?
Seine Titelmelodie für die James-Bond-Reihe kennt wahrscheinlich jeder, aber auch sonst brachten die Filme um den smarten Geheimagenten dem britischen Komponisten John Barry enorme Popularität durch Titel wie "Goldfinger". Für andere Filmmusiken erhielt er insgesamt fünf Oscars. Am vergangenen Sonntag ist Barry mit 77 Jahren gestorben.
Die deutsche Wirtschaft hat kräftig zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Vergleich zu den ersten drei Monaten um mehr als zwei Prozent. Die schwerste Krise der deutschen Wirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg liegt noch nicht einmal ein Jahr zurück - und scheint bereits überwunden.
Die französische Regierung fördert den Kauf von Elektroautos mit einer Prämie von 5000 Euro. Die britische Regierung will den Kauf umweltfreundlicher Autos ab dem kommenden Jahr in ähnlicher Höhe fördern. Nur hierzulande soll es dafür keine Zuschüsse geben.
Das alte Jahr geht, das nächste steht vor der Tür - und damit wieder eine Unmenge neuer CDs, neuer Künstler und viele Tourneen. Fast unmöglich ist es, den Überblick über alles zu behalten. Als Gäste in der Sendung: Chris Rea, der 2010 wieder auf Blues-Pfaden wandeln will, sowie der Sänger, Komponist und Produzent Mike Batt.
Mit seinen umstrittenen Interviewäußerungen hat Thilo Sarrazin eine heftige Debatte angestoßen. Ob die Integration tatsächlich gescheitert ist, darüber diskutieren der Neuköllner Integrationsbeauftragte Arnold Mengelkoch, die Integrationsbeauftragte von Tempelhof, Gabriele Gün Tank sowie der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele.
Vor 20 Jahren leiteten riesige Demonstrationen in der Tschechoslowakei den demokratischen Umbruch des Landes ein. "20 Jahre Freiheit. 1989 - 2009" - über das Thema sprachen Václav Havel und Richard von Weizsäcker. "Wortwechsel" sendet Auszüge aus dem Gespräch.
Das Island Label wird in diesen Tagen 50 Jahre alt. Angefangen hat das Unternehmen von Chris Blackwell als Importladen für Ska-Platten. Mitte der 60er Jahre dann entwickelte Island sich dann zu einem der wichtigsten Produzenten von progressiver Rockmusik, um in den 70er Jahren mit Bob Marley den ersten Superstar des Reggae hervorzubringen.
Den Mechanismus kennt buchstäblich jedes Kind: Eine Botschaft wird so lang von Mund zu Ohr gereicht, bis sie eine andere geworden ist. Oder gar ein Gedicht … Das Prinzip "stille Post" hat dabei weit mehr zu bieten als bloßen Zeitvertreib. Zum Welttag der Poesie verknüpft der Klangkünstler Alessandro Bosetti diese Urform des Rundfunks mit dem Medium Radio, wie es heute leibt und lebt.
Ein fetter Sound, mit viel Soul und Blues. Saftig und schön geerdet - so kann man die Musik des Jazz-Saxophonisten David "Fathead" Newman mit ein paar Schlagworten beschreiben. Am 20. Januar dieses Jahres starb Newman in New York im Alter von 75 Jahren.
Computer sind erschwingliche, universelle Musikmaschinen. Doch die vermeintliche Freiheit trügt, denn Softwaregiganten wie Microsoft und Apple dominieren das Innenleben auch der Musikrechner. Künstlerische Autonomie erfordert aber Kontrolle über die Produktionsmittel, sagen viele Musiker und Medienkünstler, die deshalb das quelloffene Linux-Betriebssystem einsetzen.
In Polen haben Avantgarde-Komponisten wie Krzysztof Penderecki und Witold Lutoslawski die musikalische Tradition ordentlich durchgerüttelt. Und trotzdem hat die neue Musik in Polen einen schweren Stand. Wer sich als Instrumentalist neuen Klängen öffnen will, der nimmt an der polnisch-deutschen Ensemblewerkstatt teil. Hier arbeiten polnische und deutsche Musiker gemeinsam an Werken der Avantgarde.
Die Flut populärwissenschaftlicher Publikationen zur Entwicklung der Bevölkerung rückt eine wissenschaftliche Disziplin in den Fokus der Aufmerksamkeit, die in den zurückliegenden Jahrzehnten wenig Anerkennung und Förderung erfuhr. Es fehlte an qualifiziertem Nachwuchs, Professuren entfielen, allenfalls problematische Volkszählungen rückten die Demografie ins Bewusstsein.
Eine entscheidende Blockade in der Entwicklung waren für die meisten Länder des globalen Südens seit Anfang der achtziger Jahre ihre Auslandsschulden. Gegenwärtig belaufen sie sich auf etwa 3000 Milliarden Dollar. Gleichzeitig wurden diese hochgradig unsicheren Schulden zu einem Risikofaktor für die Finanzmärkte zwischen London, Tokio und New York.
Trauer und Zorn sind jedem Menschen bekannte Stimmungen und Gefühle. Ebenso vertraut ist uns der Wunsch, getröstet zu werden. Das Zulassen von Gefühlen, die Äußerung von Wut und Zorn sowie die kontinuierliche Aufarbeitung der Trauer (infolge eines schwerwiegenden Verlustes) stehen im Mittelpunkt der psychotherapeutischen Arbeit. Die Religion, seelsorgerische und psychologische Beratungen stellen dagegen den Trost in den Vordergrund.
Was mit der Vermessung von Kopfumfang und Nasenlänge im Schulunterricht beginnt, endet auf der Rampe im KZ Auschwitz, die Selektion in (noch) wertes und unwertes Leben. Eine der Vorraussetzungen für das reibungslose Funktionieren von Vernichtungskrieg und Massenmord war die Verinnerlichung der NS-"Rassenlehre".
In unserem Hirn gibt es zwei völlig verschieden arbeitende Zentren, die sich mit dem Erinnern beschäftigen: das sachliche und das autobiografische Gedächtnis. Für eine interdisziplinäre Studie haben sich nun Kultur- und Neurowissenschaftler zusammengetan, um zu untersuchen, wie genau das autobiografische Gedächtnis funktioniert.
Den Namen "Rote Kapelle" gab die Gestapo dem Berliner Widerstandskreis um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack. Diesem lockeren Netzwerk gehörten Sozialisten, Christen, Kommunisten, Künstler, Beamte, Arbeiter und Offiziere an. Sie alle einte der Kampf gegen den nationalsozialistischen Terror.
Die Parteien der Rechtsradikalen werden in die Landtage gewählt. Die Gewalttaten der Rechtsradikalen nehmen zu. Diese Tatsachen veranlassen Wissenschaftler seit Anfang der 1990er Jahre zu fragen, was Jugendliche in die rechtsradikale Szene treibt. Weniger Aufmerksamkeit kam bislang der Frage zu, was Rechtsradikale dazu veranlasst, die Szene zu verlassen.
Am 10. Dezember werden wieder die mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotierten Nobelpreise vergeben. Die höchste Ehrung in der Medizin und der Chemie geht an Entdeckungen in der Genforschung.
Für einige Wochen haben die Unruhen im November 2005 die aussichtslose Lage der Menschen in den französischen Vorstädten ins Rampenlicht der Weltpresse gerückt. Vor Ort sind nur noch Brandspuren im Asphalt sichtbar, aber in der Öffentlichkeit ist ein Diskurs über die Ursachen in Gang gekommen.
Unter dem Motto "Gleichheit stärkt Entwicklung" treffen sich vom 2. bis zum 4. November in Kapstadt Wissenschaftler zu einem Kongress, der die Möglichkeiten und Grenzen eines Grundeinkommens für alle Menschen diskutieren soll. Lange Zeit schien dieses Modell einer sozialen Absicherung, die jedem Bürger auch ohne Arbeit gezahlt wird, allenfalls eine Perspektive für reiche Industrieländer zu sein.
Elektronische Daten wecken Begehrlichkeiten. Fast jede Auslandsüberweisung weltweit wird erfasst. Ebenso ist flächendeckend das Telefonverhalten der US-amerikanischen Bevölkerung bei Sicherheitsbehörden registriert. Und in Deutschland wird derzeit die Verwendung von Mautdaten zu Fahndungszwecken diskutiert. Derzeit entstehen die weltgrößten Datenbanken.
Bilder sind mächtig, mit Bildern wird Politik gemacht. Die Bilder vom 11. September 2001 haben sich als ikonografische Schockbilder in unser Unterbewusstsein eingebrannt. Wie mächtig sind Bilder im Netzwerk aus Internet, Fernsehen und Printmedium? Wie stark ist unser Denken von Bildern geprägt?
Am 28. April dieses Jahres wurde in Basel eine groß angelegte Ausstellung über den Komponisten Edgard Varèse eröffnet. Anlässlich des 100. Geburtstages von Paul Sacher, dem Gründer der Paul Sacher-Stiftung und des Museums Tinguely zeigen beide Institutionen die gemeinsam konzipierte Ausstellung "Edgard Varese - Komponist, Klangforscher, Visonär".
Spricht man über Sicherheitsdiskurse in der Internationalen Politik, kommt man an einem der erfahrensten Konfliktlösungsforscher der letzten 40 Jahre nicht vorbei - dem Norweger Johan Galtung. Er gründete schon 1959 das renommierte Internationale Friedensforschungsinstitut in Oslo, bekam 1987 den Alternativen Nobelpreis für seine außergewöhnlich kreativen Vermittlungsansätze überall auf dem Globus und ist zurzeit Direktor von Transcend, einem weltweiten Netzwerk für Friedensforschung.
Wichtige Erkenntnisse zur Erkundung des Gehirns soll das "Blue-Brain-Projekt" an der Polytechnischen Hochschule im schweizerischen Lausanne bringen. Dort wird das Team um den Neurobiologen Henry Markram erstmals mit Hilfe eines 23 Teraflop starken Supercomputers das Modell einer Ratten-Kolumne erstellen, das sind 10.000 komplex vernetzte Neuronen.
Von den Befürwortern wird die Nanotechnologie als Rettung aller Menschheitssorgen gefeiert und gefördert. Gegenüber den verlockenden Verheißungen haben es Kritiker, die die Nanotechnologie als existenzielle Gefahr für die Biosphäre bekämpfen, schwer. Die mit der Entwicklung des Elektronenraster-Mikroskops durch den deutschen Physiker und Physik-Nobelpreisträger Gerd Binnig möglich gewordene Arbeit mit einzelnen Molekülen und Atomen hat die Technik des Winzigen entstehen lassen.
Rituale wirken in allen Lebensbereichen. Bei kirchlichen Liturgien und politischen Zeremonien sind sie Inszenierungen und Darstellungen von Macht und vermögen ihre Teilnehmer emotional anzusprechen. Im Alltag vermitteln rituelle Wiederholungen etwas Entspannendes und Beruhigendes. Aber sind diese sich wiederholenden Handlungen, die man nicht immer neu hinterfragen muss, unbeeinflusst von den äußeren Lebensbedingungen?
Am Montag starb in Wien im Alter von 83 Jahren der Komponist György Ligeti. Der aus Ungarn stammende Avantgardist hat sich nie anpassen oder kritiklos willkürlichen äußeren Gegebenheiten, seien sie politischer oder ästhetischer Natur, unterwerfen wollen.
Zwei Jahre ist es jetzt her, dass US-Präsident George W. Bush die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA mit der Rückkehr zum Mond beauftragte, gefolgt von einer bemannten Landung auf dem Mars. Und seitdem laufen die Vorbereitungen: Verschiedene Weltraumkonzerne in den USA entwickeln Raketen und Raumschiffe für Flüge zu Mond und Mars, und im US-Bundesstaat Utah betreibt die Mars Society ein Habitat, in dem bemannte Missionen zu anderen Welten simuliert werden.
Eine Festival-Woche als musikalische Reise? Die Stockholm New Music orientierte sich 2006 an Begriffen und Vorstellungen des deutschen Philosophen Walter Benjamins, an Denkbildern und Passagen. Sieben Tage lang führte die Musik von Werken des Stillstands und des Todes über komponierte Bewegungen und Übergänge schließlich ins Offene des Experiments.
Der Golfstrom mit seinen subtropischen Wassermassen mischt sich mit dem kalten Nordatlantik. Er ist die Heizung Europas. Seine Heizkraft entspricht der Energie von gut einer Million Kraftwerken mit je einem Gigawatt Leistung. Doch die Heizung schwächelt, heißt es. Bis zu 30 Prozent Energie könnte Europa fehlen.
Seit Jahrtausenden denken Menschen darüber nach, woraus die Welt besteht, sei es in Form von Empedokles' Theorie der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft oder Demokrits Vorstellung unteilbarer Atome. Theorie und Experimente haben die Atome längst in noch kleinere Teilchen zerlegt. Ob die gefundenen Elektronen und Quarks aber wirklich die fundamentalen Bausteine des Universums sind, ist für einige Physiker noch nicht ausgemacht.
Scharfsinn und Findigkeit sind überall im Tierreich am Werk. Der Verhaltensforscher Donald Griffin erlaubt sich sogar, von "genialen Ameisen" zu sprechen. Die moderne Wissenschaft hat die alten Denkmuster, die tierische Intelligenzleistungen nur als Ausdruck eines instinktgesteuerten, reflexhaften Verhaltens sehen, überwunden.
Die Föderalismuskommission scheiterte erst einmal, doch die Notwendigkeit einer Neubestimmung der Kompetenzen von Bund und Ländern ist offensichtlich. Die Diskussionen um den Föderalismus gehen weiter. Was kann die politische Philosophie dazu beitragen? Beginnend bei Kant, Locke und Proudhon wird der Zusammenschluss von politischen Einheiten vor allem als Basis der Friedenssicherung verstanden.
Von Fischstäbchen bis Sushi - Fisch ist beliebt: proteinreich, fettarm, gesund. Also hat sich der hungrige Mensch über die Weltmeere hergemacht. Seit Beginn der industriellen Fischerei sind die Bestände bei allen relevanten Speisefischen um 90 Prozent zurückgegangen.
In der seit 1968 publizierten Reihe "Akten der Reichskanzlei" in der Weimarer Republik und der Regierung Hitler sind jetzt gemeinsam von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und dem Bundesarchiv in einem vierten Band die Akten aus dem Jahr 1937 publiziert worden.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ein Schwerpunktprogramm "Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter" eingerichtet, das meldete vor einigen Monaten die Berliner Zeitung. Leitidee des Schwerpunktprogrammes ist die Einsicht, dass Europa im Mittelalter nie durch eine Einheitskultur geprägt war, etwa auf der Basis des römischen Christentums.
Sächsische Archäologen fanden in den vergangenen Jahren rund um Leipzig mehrere über 7000 Jahre alte Brunnen, die ältesten in Mitteleuropa. Sie wurden von den ersten Bauern, den so genannten Bandkeramikern, virtuos mit Steinbeilen aus Eichenholz gezimmert.
Im September 1955 unternahm Bundeskanzler Konrad Adenauer seine historische Reise nach Moskau. Wenige Wochen später, in der Nacht vom 6. zum 7. Oktober, kamen die ersten Spätheimkehrer im niedersächsischen Grenzdurchgangslager Friedland an.
Die ersten europäischen Ritterorden waren ein Nebenprodukt der Kreuzzüge. Vom frühen 12. Jahrhundert an gegründet, verbanden sie militärische mit karitativen Aufgaben. Im Jahr 1348 stiftete König Eduard III. von England "the most noble Order of the Garter", den Hosenbandorden.
Seit etwa zehn Jahren etabliert sich immer mehr ein neuer Zweig in der Astronomie: die Gammastrahlen-Astronomie. Dabei interessieren sich die Astrophysiker nicht direkt für die Himmelskörper, sondern für die Gammastrahlung, die sie aussenden. Ein Teil dieser Strahlung gelangt in unsere Atmosphäre, und reagiert dort mit winzigen Lichtblitzen.
Der Dichterkomponist Gerhard Rühm ist ein Meister der Reduktion. An den Grenzbereichen zur Bildenden Kunst und zur Musik lotet er die Tiefen menschlicher Kommunikation aus. Die Grundlage dafür bildet eine detaillierte Analyse der Mittel und Möglichkeiten der jeweiligen Kunstform - gewissermaßen ihrer Parameter.
Die Kinoleinwände und Fernsehbildschirme werden verstärkt zur Spielwiese für fremde, exotische Musikstile. Immer mehr Regisseure entdecken die suggestive Kraft und die Faszination ungewöhnlicher und unbekannter Klänge, und ein begeistertes, weltoffenes Publikum findet mit den Bildern einen Einstieg in die verschiedenen Szenen des Globus. Selbst die kitschigen Bollywood-Musicals stoßen bei uns auf reges Interesse, obwohl die Streifen aus Asiens großer Filmmetropole bisher als europa-unverträglich galten.
Die Berija-Amnestie, wie sie im Volksmund hieß, nach Stalins Tod 1953, war die erste von vielen Amnestien der 50er Jahre. Auch Häftlinge mit längeren Haftstrafen kamen frei, unter ihnen waren die ersten als Schwerverbrecher eingestuften "Politischen". Am 17. September 1955 wurden alle Sowjetbürger begnadigt, die laut Amnestie-Erlass "aus Kleinmut oder Mangel an Einsicht während des Großen Vaterländischen Krieges zur Zusammenarbeit mit den Okkupanten verleitet wurden".
Es gibt sie noch: kleine unabhängige Verlage, die nur wenige Titel im Jahr produzieren und sich mit literarischen Entdeckungen einen Namen machen. 180 Kleinverlage haben sich in den vergangenen vier Jahren neu gegründet. Sie heißen Blumenbar, Kookbooks oder Liebeskind. Neben einer großen Liebe zum Büchermachen vereint sie die Nähe zur Literatur-, Underground- und Kleinkunstszene. So entstehen Publikationen, die den Zeitgeist in sich tragen. Deutschlandradio Kultur Di 13. September 19:30 Literatur
Die Anfänge des Starckdeutschen reichen in den Kneipendunst einer Berliner Nacht im Jahr 1972 zurück, in der eine Künstlergruppe lauthals ihre Unzufriedenheit mit dem damals üblichen Mittelschwachhochdeutschen bekundete: 'Deutschsein heißt (unter anderem) Starck seyn!' Diese kollektive Parole überlebte allerdings kaum die Morgenröte. Deutschlandradio Kultur Mo 12. September 20:03 Konzert
Der britische Musiker David Bowie gehört zu den auffälligsten Persönlichkeiten der internationalen Pop- und Rockszene. In seiner fast 40-jährigen Karriere hat er stets den musikalischen Geist der Zeit in genialer Weise in seinen eigenen Soundkosmos eingepasst und sich dadurch stetig hohe Chartplazierungen erarbeitet. Die zwei Mitschnitte aus dem Tower Theatre in Philadelphia, 1974 und 1978, zeigen einen der besten Entertainer der Popgeschichte.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bestimmte eine Frau maßgeblich das künstlerische Leben in Rom: Christina von Schweden (1626-1689), die Tochter von König Gustav Adolf, die 1654 nach zehn Jahren Regierungszeit abdankte, ein Jahr später zum katholischen Glauben konvertierte und schließlich auf Initiative von Papst Alexander VII. nach Rom übersiedelte.
1845 prägte ein Journalist das Schlagwort von der "Manifest Destiny", der offensichtlichen, schicksalhaften nationalen Bestimmung Amerikas. Die Bildung der Nation in den Grenzen des Kontinents als eine von Gott oder der Vorsehung bestimmte Aufgabe gab dem Marsch nach Westen, der Eroberung der noch jungen "neuen" Welt von Küste zu Küste, ein gleichsam religiöses Selbstverständnis.
Als vor wenigen Jahren im Kern der Körperzellen jene Bauanweisungen entdeckt wurden, mit deren Hilfe sich das Leben nicht nur verstehen, sondern möglicherweise auch umgestalten lässt, wurde sogleich ein neues Zeitalter der Medizin ausgerufen. Die Sendung geht an Hand eines Fallbeispiels der Frage nach, was aus den medizinischen Blütenträumen von damals geworden ist.
Man nannte ihn einen "nationalen Helden", die "potenteste und glaubwürdigste Rebellenfigur des Rock", "einen Schamanen, einen rechtmäßigen Apostel Jahs, der die Sündigen schalt, die Verderbenbringenden bedrohte". In diesem Jahr wäre Bob Marley, die große Kultfigur des Reggae, 60 Jahre alt geworden. Er war und ist auch 20 Jahre nach seinem Tod immer noch eine der wichtigsten Figuren der zeitgenössischen Musikgeschichte.
Als Opernstar eroberte er die größten Bühnen der Welt. In der Metropolitan Opera verzauberte er das New Yorker Publikum als Prinz Orlofsky. Und auch nach 20 Jahren überrascht die Countertenor-Stimme immer wieder aufs Neue. Für sein "Heimspiel" im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt hatte Jochen Kowalski ein besonderes Repertoire zusammengestellt: Jazzschlager aus Russland, Standards des amerikanischen Jazz, Weill/Brecht-Interpretationen und Ufa-Schlager.
Didier Squiban und Keith Jarrett sind zwei Pianisten der Sonderklasse:. Der bretonische Pianist Didier Squiban nennt als seine Einflüsse sowohl Robert Schumann, Frédéric Chopin und Claude Debussy, als auch den Jazz-Pianisten Bill Evans und die Saxophonisten John Surman und James Moody. Sein Konzert am 14. April im Berliner "Quasimodo" war reich an musikalischen Bezügen zu seiner Heimat und von einer Komplexität, die an Keith Jarrett denken ließ.
"Ich stimme mit jedem Wort überein", schrieb Albert Einstein und setzte die letzte Unterschrift in seinem Leben unter einen Appell, mit dem der britische Mathematiker und Philosoph Bertrand Russell eindringlich vor den Gefahren des nuklearen Wettrüstens warnte. Die Erklärung wurde am 9. Juli 1955 veröffentlicht und ging als "Russell-Einstein-Manifest" in die Geschichte ein.
Die "Winterreise" gehört zu den bekanntesten Schöpfungen Franz Schuberts. Der "Lindenbaum" ist fast ein Volkslied, "Leiermann" und "Gute Nacht" sind populär und die 24 "Wanderlieder" nach Gedichten von Wilhelm Müller sind Kernbestand der abendländischen Musikgeschichte. Das "Kulturjahr der zehn" hat zehn Komponisten aus den neuen EU-Ländern beauftragt, auf ein Lied der "Winterreise" Bezug zu nehmen, eine musikalische Antwort in Form eines Vor- bzw. Nachspiels zu komponieren.
Im Wissenschaftszeitalter haben Finanztheorien Hochkonjunktur. Sie versprechen, die Gewinne zu optimieren und die Verluste zu begrenzen. Doch Börsencrashs und Totalverluste haben diese Theorien nicht auf der Rechnung.
"Die Musik hat mir immer viel bedeutet, als Zerstreuung ebenso wie als wichtiger Bestandteil der Kultur. Ich kann sagen, ich habe eine gute musikalische Bildung, von der Barockmusik bis zur atonalen Musik". Was Jean-Paul Sartre in seinem "Selbstporträt mit siebzig Jahren" resümierend bemerkt, ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt geworden.
Gioacchino Rossini: Ouvertüre " Die diebische Elster" Antonin Dvorak: Konzert für Violoncello und Orchestre h-moll op. 104 "Surprise" in Art der "Last night of the proms"
Dass Rassismus nicht ausschließlich ein Extremismusproblem ist, darin sind sich Rassismusforscher inzwischen weitgehend einig. Doch Allgemeingut scheint das nicht zu sein. Rassismus wird immer noch allzu oft mit Rechtsextremismus identifiziert. Geklärt werden soll, was Rassismus tatsächlich bedeutet und was unter dem Begriff "Dominanzkultur" zu verstehen ist.
Led Zeppelin gelten als Erfinder des Hardrock, die die Ideen von Black Sabbath, Deep Purple u.a. perfektionierten und aufgrund ihrer hochkarätigen Besetzung auch "live" für die Entwicklung des Heavyrock Zeichen setzten. Das Konzert, das auf dem Doppelalbum "The Song Remains The Same" dokumentiert ist, wurde 1976 im New Yorker Madison Square Garden mitgeschnitten.
Beim 319. Wartburgkonzert wird die Trompete eine besondere Rolle spielen. Einer der weltbekannten Trompeter, Ole Edvard Antonson, will mit seinem norwegischen Landsmann, dem Pianisten Havard Gimse, beim 319. Wartburgkonzert demonstrieren, dass die Trompete nicht nur im orchestralen Verband glänzen kann, sondern dass sie sich auch bestens für Kammermusik eignet.
Der Diseuse Albertine Zehme ist es zu verdanken, dass 1912 eines der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts entstand: die Vertonung der "Dreimal sieben Melodramen des Pierrot lunaire" durch Arnold Schönberg.
Herbert Grönemeyers Konzerte besuchten weit über fünf Millionen Fans. Er gab die zwei größten Konzerte, die je ein deutscher Rockmusiker gespielt hat: im Wiener Praterstadion mit 50.000 und in Berlin-Ahrensfelde mit 100.000 Zuschauern. Großes Aufsehen erregte er, als er 1994 eingeladen wurde, bei "MTV Unplugged" zu spielen. Die Aufzeichnung fand am 15. Mai 1994 in den Potsdamer Babelsberg Studios statt.
Vogelstimmen, Vogelrufe und Gezwitscher haben Musiker zu allen Zeiten fasziniert. Besonders in der Spätrenaissance und in der Barock-Ära erklang ein gesamteuropäisches "Konzert der Vögel" (D'Andrieu).
Anfang der siebziger Jahre vom ehemaligen Kunststudenten Bryan Ferry gegründet, vereinigten Roxy Music in ihrer Musik die Rock'n Roll- Ästhetik der fünfziger Jahre mit dem Glam-Rock der frühen Siebziger und dem unterkühlten Avantgarde-Sound der Düsseldorfer Elektronik-Szene.
Die Programme der Dresdner Sinfoniker sind immer etwas anders, experimentell, hintergründig und auf Abenteuer aus. Musiker finden sich zu Projekten zusammen, die stilistische und geografische Vernetzungen bilden, die Grenzen verschieben, Trends und Moden aufspüren, nicht klassisch sind und gar nicht sein wollen.
Kriegsgewalt ist mit Friedensverträgen nicht abgeschafft; in den heimgekehrten Kämpfern lebt sie weiter. Was der Begriff "Friedensmission" nicht verrät, ist, dass auch UN-Blauhelmsoldaten als neutrale "Schlichter" Erlebnissen ausgesetzt sind, die seelische Wunden schlagen.
Friedrich Schiller hat gerne Musik gehört und sie als Anregung für sein poetisches Schaffen genutzt. Gelegentlich schrieb er auch über die Tonkunst, so in seiner Schrift "Über das Pathetische". Darin weist er der Musik eine klare Rolle zu: Sie solle den Zuhörer ergreifen, nicht nur "angenehm kitzeln".
Nur wenige Aufführungen erlebte bisher das "Deutsche Miserere" von Paul Dessau. Nachdem der Komponist das Werk 1948 im Emigrantengepäck mit nach Berlin gebracht hatte, dauerte es fast zwei Jahrzehnte, ehe es uraufgeführt werden konnte. Zu ungewohnt, zu aufwändig und anspruchsvoll erschien es, um sich dem schlichten Kanon chorsinfonischer Realistik einzupassen, der in den Aufbaujahren der DDR den Ton angab.
Herr Keuner schätzt Freundlichkeit sehr. Er mag kleine Späße, verliert sich in große philosophische Gedanken, hat ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und manchmal "vertritt er die Leute". Vor 75 Jahren erfand Bertolt Brecht die Figur des Keuner, der auch mal Herr K., der Denkende oder H.K. genannt wird. Im Deutschlandradio Kultur gibt Manfred Krug Herrn Keuner seine Stimme.
Der vielleicht beliebteste und wohl erfolgreichste Musiker der Pop- und Rockgeschichte unterstreicht bei diesem Mitschnitt, der an verschiedenen Orten seiner Welttournee 2003 überwiegend in den USA entstanden ist, seine überragenden Talente als Komponist, Sänger und Entertainer.
Unser Bewusstsein erfährt am spätesten, was unser Gehirn will. Sagt die Hirnforschung und kippt damit auch das Letzte, worauf sich der Mensch noch etwas einzubilden glaubte: seinen freien Willen. Das hat Tradition. Schon Sigmund Freud hatte ja bereits vor 100 Jahren nachgewiesen, dass der Mensch nicht Herr im eigenen Seelenhaus ist.
Zwei der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Soul-Szene präsentiert Uwe Wohlmacher mit den Konzertmitschnitten "Live At The Apollo" (1963) und "At The London Palladium" (1977).
Fünf Jahre, von 1987 bis 1992, arbeitete der Komponist Dieter Schnebel an seiner "Sinfonie X". Das dreistündige Werk für großes Orchester, Altstimme, Live-Elektronik und Tonband, 1992 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt, ist eines seiner Hauptwerke.
"Alles, was besser ist als der Zufall, ist schon ein Erfolg." So selbstkritisch beurteilt ein erfahrener amerikanischer Erdbebenforscher die Wahrscheinlichkeit, Erdbeben vorauszusagen. Trotzdem: Realistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, einem Tsunami zum Opfer zu fallen, kein Grund, auf den nächsten Südostasien-Urlaub zu verzichten.
Neun Autoren sind Gäste der Veranstaltung "Bücherfrühling" des Deutschlandradio Kultur, das sich auf der Leipziger Buchmesse mit seinem reformierten Programm als nationales Kulturradio präsentieren wird. Auf einer dreistündigen Lesung präsentieren unter anderen Christoph Hein, Karen Duve und Adolf Muschg ihre neuen Werke.
Er ist die Lichtgestalt der zeitgenössischen Musik. Komponist, Dirigent, Theoretiker, Wissenschaftler und Initiator des Pariser IRCAM. Pierre Boulez hat die Musik der vergangenen fünfzig Jahre wie kein anderer geprägt. Zum 80. Geburtstag widmet Deutschlandradio Kultur dem französischen Komponisten ein Porträt.
Winston Churchill hat einmal seinen Umgang mit den Depressionen als "Leben mit dem schwarzen Hund" charakterisiert. Die Depression ist eine Störung des Gefühlslebens. Sie gehört weltweit zu den häufigsten gesundheitlichen Störungen, aber auch zu den am besten behandelbaren psychischen Erkrankungen.
Mehr zur Sendung:
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Prozess U-Bahn Schläger Berlin
Sendezeit: 13.02.2012, 05:37
Aus den Feuilletons 12.02.2012
Sendezeit: 13.02.2012, 05:30
Grammy-Verleihung ohne Whitney Houston
Sendezeit: 13.02.2012, 05:22
dradio-Recorder
im Beta-Test: