Experten werden definiert durch besonderes, überprüfbares Wissen auf einem bestimmten Fachgebiet. So gesehen ist jeder Experte immer auch Laie in allen anderen Bereichen. In vielen Lebensfragen gibt es ein oft konfliktreiches Nebeneinander von Fachwissen und Erfahrung: Über "richtige" Erziehung etwa können alle reden, jeder Nicht-Mediziner ist "Experte für den eigenen Körper". Und in der Massenkommunikation hat sich zudem ein "Laien-Expertentum" heraus gebildet, wie bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia.
Das Verhältnis zwischen Experten und Laien ist aber nicht nur durch Wissen definiert, sondern auch durch Macht. Die Politik gibt mehr und mehr Entscheidungen an Kommissionen ab. Experten bestimmen - für und über alle Bürger. Doch wird zum Beispiel Wissenschaftlern abgesprochen, alleine die sozialen und ethischen Folgen ihres Tuns einzuschätzen. Allgemeine menschliche Erfahrung und Expertentum, Weisheit und Wissen können in modernen Gesellschaften nicht mehr gegeneinander, sondern nur miteinander existieren. An "Bürgerkonferenzen" lässt sich zeigen, dass und wie dies funktionieren kann.
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