19.06.2013 19:30 Uhr
Verfluchter Mist! Verdammte Scheiße!
Heilsames Donnerwetter oder böse Verwünschung? - Über die Kultur des Fluchens
Von Lotta Wieden
Weder Verbote noch Strafen haben das Fluchen je unterbinden können. Wie auch? Schon in der Bibel sind Verwünschungen allgegenwärtig. Schließlich ist es der Schöpfer selbst, der Adam und Eva verflucht und auch sonst geizt Jahwe, der Gott des Alten Testaments, nicht mit fiesen Racheaktionen. Gott darf das. Aber der Mensch?
Wer seinem Kontrahenten die Pestilenz an den Hals wünschte, die Vernichtung seiner Ernte oder die Hölle auf Erden, tat das besser im Geheimen - mithilfe von Fluchtafeln, durch das sogenannte Totbeten oder das rituelle Zerstören von Wachspuppen, die dem Abbild des Opfers nachempfunden waren. Erst mit der Aufklärung ging der Glaube an die magische Kraft des Verwünschens zurück, wandelte sich das Verfluchen zunehmend zum Beschimpfen. Gleichwohl wirken die alten magischen Weltvorstellungen bis heute.
Der Medientheoretiker Friedrich Kittler erforschte Technik und Musik, Kriege und Dichtung. 2011 gestorben, hat Kittler ein kaum überschaubares Werk hinterlassen. Es besteht nicht nur aus Schriften, sondern zu diesem Werk gehören auch Computerprogramme und Hardware.
In diesem Jahr jährt sich zum 60. Mal der Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR. Freiheit und Einheit der Nation verlangten die Menschen damals. Im Westen wurde der Aufstandstag zum Feiertag, an dem mehr und mehr aus dem Gedächtnis verschwand, worum es eigentlich ging.
Eine Mitteilung des IT-Konzerns Yahoo sorgte für Schlagzeilen: Firmenchefin Marissa Mayer erklärte, sie wolle in ihrem Unternehmen das Homeoffice abschaffen. Und das, obwohl Arbeiten im Büro als überholt gilt. Haben die festen Strukturen etwa doch Vorteile?
Im Juni 2013 wird die 55. Biennale von Venedig eröffnet. Wie so oft in der Vergangenheit der ältesten und bedeutendsten internationalen Kunstschau stellt der deutsche Beitrag ein Statement dar, das über die reine Präsentation einer Ausstellung hinausgeht. Denn Deutschland und Frankreich haben erstmals die Pavillons getauscht.
Geht es nach dem Grundschulverband, werden Kinder künftig keine Schreibschrift, sondern nur noch eine aus Druckbuchstaben bestehende Grundschrift erlernen. Für die einen ist dies eine sinnvolle Erleichterung, für andere ein Kulturbruch: Sie befürchten, mit der Schreibschrift gehe eine wichtige kulturelle Kompetenz verloren.
Lenin, Stalin, der Vaterländische Krieg: In Russland herrscht eine uns rätselhafte Heldenverehrung. Umfragen zeigen, dass 49 Prozent der Russen Stalin für eine positive Figur halten. Indem Größe und Macht Russlands idealisiert werden, werden autoritäre Herrschaftsprinzipien legitimiert.
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Ein Aufstand wird gefeiert - Der 17. Juni in der deutsch-deutschen Geschichte
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Schnörkel oder Kulturgut? Die Geschichte der Schreibschrift
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