30.05.2012 19:30 Uhr
Rundes Leder, rote Fahne
Sozialistische Fußballkultur und
die Arbeiter-EM 1932
Von Eduard Hoffmann und Klaus-Jürgen Nendza
"Nieder mit dem Kampfrekord - Freie Bahn dem Massensport!" So lautete das Motto der Arbeitersportler, die sich nach dem Ersten Weltkrieg in eigenen Vereinen gegen das Leistungsstreben der bürgerlichen Sportclubs wandten. Die Arbeiter-Fußballerpropagierten eine ebenso ritterliche wie (klassen)kämpferische Fußballethik - ohne jeden Starkult und ohne übertriebene Härte. Die proletarischen Kicker waren unter dem Dach des Sozialistischen Arbeiter-Turn- und Sportbundes (ATSB) organisiert, der zum mächtigsten Gegenspieler des bürgerlichen DFB wurde. Die Arbeiterfußballer spielten eigene deutsche Meisterschaften aus, und im Zeichen der Völkerverständigung führte die Bundesauswahl des ATSB über 70 Länderspiele durch. 1932 organisierte die 'Sozialistische Arbeitersportinternationale' die erste Fußball-Europameisterschaft.
Der Anthropologe David Graeber, einer der führenden Theoretiker der Occupy-Bewegung, hat eine Geschichte der Menschheit als Geschichte der Schulden geschrieben. Er untersucht, auf welchen moralischen Fundamenten unsere ökonomischen Beziehungen stehen. Mathias Greffrath hat David Graeber in der Bankenmetropole Frankfurt getroffen.
Das Verhältnis der westlichen Gesellschaften zum Helden wandelt sich. Sie schaffen das Heroische nach und nach ab. Zivile Gesellschaften distanzieren sich immer mehr von heroischen Werten wie "Ehre" oder "Opferbereitschaft". Was passiert, wenn man Helden nur noch als Phänomenen der Popkultur begegnet - in Form von Superman oder Harry Potter?
Der Begriff "Design" ist heute allgegenwärtig. Doch für das, was wir darunter verstehen, wird er erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts verwendet. Zentrum des Produktdesigns war damals die Firma Braun in Frankfurt am Main. Dort leitete einer der bedeutendsten Designer des 20. Jahrhunderts die Designabteilung: Dieter Rams.
Vor 100 Jahren, am 2. Mai 1912, wurde ein Mann geboren, der nach dem Zweiten Weltkrieg wie kein zweiter die Zeitungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland geprägt hat: Axel Cäsar Springer. Er beherrschte den Markt der Boulevard-Medien.
Am 27. April 1937 um 16.30 Uhr greift die Legion Condor, beladen mit Spreng und- Brandbomben, die militärisch völlig unbedeutende Stadt Guernica, das Heiligtum der Basken, an. Um 19.45 Uhr ist der Angriff beendet. Fast 2000 Menschen finden den Tod. Die Stadt ist zu 70 Prozent zerstört.
Egon Bahr hat als Vordenker der Neuen Ostpolitik in den 1960er- und 70er-Jahren Geschichte gemacht. Sein Konzept eines "Wandels durch Annäherung" gilt heute als ein Meilenstein auf dem Weg zur Überwindung der Teilung Europas.
Mehr zur Sendung:
Links bei dradio.de:
Beiträge zum Nachhören
Zeitreisen
Ablass und Abrechnung
Sendezeit: 23.05.2012, 19:30
Vom Schneewittchensarg zum iPod - Dieter Rams und das Produktdesign
Sendezeit: 09.05.2012, 19:30
Tod aus den Wolken-Guernicas Sterben und der Mythos der Legion Condor
Sendezeit: 25.04.2012, 19:30
dradio-Recorder
im Beta-Test: