Deutschlands Regionen im Zukunftswettbewerb
Zum zweiten Mal nach 2004 haben die Regionalforscher von Prognos für das "Handelsblatt" die Zukunftsfähigkeit aller 439 Städte und Landkreise untersucht und die Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandorts Deutschland analysiert. Grundlage der Studie sind 29 verschiedene Indikatoren, darunter Konjunktur und Arbeitsmarktdaten sowie Kennzahlen zur demographischen Entwicklung, zur Innovationskraft, zur sozialen Lage aber auch zur Kriminalitätsentwicklung. Vom 10.4. bis zum 20.4. - immer werktags um 6:15 Uhr - stellen Deutschlandradio-Kultur-Korrespondenten Sieger und Verlierer der Untersuchung vor.
Helmstedt mit dem Zusatz Marienborn ist ein Name, der immer noch ganz bestimmte Erinnerungen weckt: an die einst größte DDR-Grenzübergangs-Stelle. Heute ist der Kreis Helmstedt mit einer hohen Arbeitslosenquote für Junge wenig attraktiv. Dabei hat die ländlich geprägte Region durchaus einiges zu bieten.
1978 machte in Herne die letzte Zeche dicht. Seitdem kämpft die Stadt mit dem Strukturwandel. Bislang ist es nicht gelungen, ausreichend viele zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu schaffen. In der Prognos-Studie landet Herne nur auf Platz 290 von 347.
Für Mainz hat die Prognos Zukunftsstudie den 9. Platz ermittelt. Gegenüber 2004 mit Platz 13 ist das eine kleine Verbesserung. Der Wirtschaftsstandort ist geprägt von vielen soliden mittelständischen Unternehmen. Universität und Fachhochschule locken viele junge Menschen in die Stadt, die ihr eine gewisse Dynamik verleihen.
Offenbach im Umbruch: nach dem Willen von Kommunalpolitikern und Wirtschaftsförderern soll aus der Industriestadt eine Designerstadt werden. Doch nach Ansicht der Prognos-Forscher fehlt dem Leitbild noch die wirtschaftliche Basis. Sie werten den hohen Verlust von Arbeitsplätzen und das sinkende Bruttoinlandsprodukt als Alarmzeichen und stuften Offenbach von Platz 28 auf Platz 172 zurück.
In Jena haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche große, international agierende Firmen angesiedelt. Sie profitieren von dem hohen Know-how, das sie in der Stadt vorfinden, und davon, dass Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur in der jungen und multikulturellen Stadt an einem Strang ziehen. In der Prognos-Studie hat Jena es daher auf Platz 20 geschafft.
In der Prognos-Studie nimmt der Landkreis Starnberg Rang 3 ein, gleich hinter der Landeshauptstadt und dem Landkreis München. Der Blick auf den See und auf die nahe gelegenen Alpen zieht viele Wohlhabende hierher. Doch die hohe Lebensqualität hat ihren Preis.
In Vorpommern sieht die Zukunft vielerorts düster aus: zu wenig Jobs, schlechte Infrastruktur, hohe Abwanderung. Eine der wenigen Ausnahmen: Greifswald. In der Universitätsstadt an der Ostsee verbreitet sich Aufbruchsstimmung. Hier haben sich innovative Biotechnologie-Unternehmen angesiedelt.
Hamburg boomt, vor allem der Hafen expandiert. Dennoch konnte sich die Stadt in der jüngsten Prognos-Studie nur um drei Plätze verbessern und landete auf Platz 17. Die stolzen Hanseaten sind mit dem Abschneiden unzufrieden und sehen das Potenzial ihrer Stadt unterschätzt.
Die Arbeitslosigkeit liegt bei nur sechs Prozent, und neue Jobs entstehen nicht nur in der Tourismusbranche. Dennoch: St. Wendel landete in der Prognos-Studie in der Abstiegszone. Vor allem auf Grund mangelnder innovativer Leistungen ist der Landkreis im Vergleich zur letzten Analyse regelrecht abgestürzt.
Potsdam ist attraktiv. Brandenburgs Hauptstadt glänzt nicht nur durch das kulturelle Erbe und durch die wundervolle Landschaft, sondern auch durch hervorragende Wirtschaftdaten und ein familienfreundliches Umfeld.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Neonlicht 16.06.2013
Sendezeit: 16.06.2013, 13:50
L - Bonanzarad reloaded
Sendezeit: 16.06.2013, 13:42
XL - Shopping-Paradies für Subkultur
Sendezeit: 16.06.2013, 13:40
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