Die Regierungskoalition und die SPD einigten sich im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat auf eine Reform der Pressefusionskontrolle. Künftig müssen Verlage, die sich zusammentun wollen, erst ab einem gemeinsamen Umsatz von 62,5 Millionen Euro beim Kartellamt vorstellig werden. Nach Informationen von Markt und Medien drängte vor allem die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auf diese Einigung, um den Verlagen in ihrem Bundesland zu helfen. Gleichzeitig wurde in dieser Woche bekannt, dass die Funke-Mediengruppe weitere Teile der Westfälischen Rundschau veräußert, die seit einigen Monaten ohne eigene Redaktion existiert. Betroffen sind die Ausgaben in Kamen und Unna, die nun an Rubens gehen, den Verlag des Hellweger Anzeigers. Der Dortmunder Zeitungswissenschaftler Horst Röper:
"Die Rundschau hatte ja schon alle Lokalredaktionen im Kreis Unna geschlossen und zuletzt eben die Lokalteile vom Hellweger Anzeiger übernommen. Nun übernimmt der Hellweger Anzeiger also auch die Ausgaben der Westfälischen Rundschau. Am Markt ändert sich dadurch für den Leser eigentlich nichts. Für den Anzeigenkunden schon, weil nun die Akquisiteure des Hellweger Anzeigers eben auch die örtliche Anzeigenakquisition für die Westfälische Rundschau mit übernehmen. Also kein Wettbewerb mehr im Anzeigenmarkt, im Zeitungsmarkt hat's denn ja faktisch zuvor auch nicht mehr gegeben."
Bundestag und Bundesrat einigten sich in dieser Woche auch auf eine gesetzliche Festschreibung des flächendeckenden Pressevertriebs, des Presse-Grosso. Der Bauer-Verlag hatte versucht, mit eigenen Konditionen für regionale Vertriebsunternehmen das System zu sprengen.
(Quelle: )
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Markt und Medien
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Sendezeit: 15.06.2013, 17:24
Whistleblower - Interview mit Guido Strack
Sendezeit: 15.06.2013, 17:19
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