Die in den Ruin getriebene Reifenfabrik FUNSA war 2004 von den Arbeitern in Eigenregie wieder in Betrieb genommen worden. Sie entscheiden nun über Produktion und Absatz. Alle erhalten den gleichen Lohn. In den FUNSA-Hallen im Arbeiterviertel Villa Espanola in Montevideo waren zeitweise bis zu 3000 Menschen beschäftigt.
Doch während der neoliberalen 90er-Jahre begann der Betrieb zu taumeln. Der US-Konzern "Titan International" stieg ein, schloss aber bereits Ende 2002 die Werkstore und hinterließ einen Schuldenberg in Millionenhöhe. Die Arbeiter kampierten vor den verschlossenen Fabriktoren, kochten für die Familien in Volksküchen und organisierten sich als Kooperative.
"Entscheidend", sagen sie, war schließlich die Hilfe der venezolanischen Regierung des Präsidenten Hugo Chávez. Mit den Petrodollars aus Caracas ersteigerten sie die teuren Vulkanisiermaschinen. Gegenleistung: Sie müssen beim Aufbau zweier Reifenfabriken im Erdölland helfen. Geld aus Caracas floss auch für andere "alternative Projekte einer sozialen Wirtschaft".
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