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Das Feature  16.03.2010 · 19:15 Uhr
Blick auf die ukrainische Hauptstadt Kiew (Bild: Stock.XCHNG / Simon Johansson) Blick auf die ukrainische Hauptstadt Kiew (Bild: Stock.XCHNG / Simon Johansson)

In langen Schürzen würde man uns nicht beachten

Zivilgesellschaftliche Aufbrüche in der Ukraine

Von Anastasia Vinokurova

Jeweils am 24. August feiert die Ukraine sich selbst. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde an diesem Tag 1991 die Gründung des unabhängigen demokratischen Staates Ukraine verkündet. Die 24-jährige Kiewerin Anna Hutsol sieht allerdings keinen Grund zum Feiern: "In 18 Jahren entwickelte sich die Ukraine zu einem Staat der Willkür der Machthaber. Für den Rest der Bürger wird weder rechtlicher noch wirtschaftlicher Schutz gewährleistet."

Anna und die im Jahr 2008 von ihr gegründete Fraueninitiative FEMEN kämpfen in erster Linie für die Rechte der ukrainischen Frauen, gegen Prostitution und Sex-Tourismus und ermuntern ihre Mitbürger zum aufrechten Gang. Die Mittel sind einfach, aber wirksam: Mit öffentlichen Performances in sexy Outfits wird Aufmerksamkeit hergestellt und über Missstände in der ukrainischen Gesellschaft aufgeklärt. "In langen Schürzen würde man uns nicht beachten", erklärt Anna. Die Popularität der Gruppe wächst, nach einem Jahr hat FEMEN über 20.000 inoffizielle Mitglieder.

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