Als in Frankreich die Vorstädte brannten, war schnell ein Schuldiger gefunden: Rap. Kurz davor hatte sich das deutsche Feuilleton ebenso einmütig wie ausführlich darüber ausgelassen, wie schädlich Rap für die Sprachentwicklung und die Moral der Jugendlichen sei. Auf der Gegenseite berufen sich dann Rapper wie Sido darauf, dass sie ja nur abbilden, was um sie herum passiert, was sie selbst erleben: "Nicht ich habe das Ghetto gemacht. Das Ghetto hat mich gemacht," sagt Sido im Interview mit der "Zeit".
Wie aber kommt es, dass Rap Jugendliche auf der ganzen Welt nicht nur begeistert, sondern auch dazu bringt, selbst aktiv zu werden, Texte zu schreiben und vorzutragen, in Reimen und Versen zu improvisieren? Um das verstehen zu können, ist ein Blick notwendig hinter diese Oberfläche aus Provokation, Marketing und Kulturpessimismus. Der Weg geht zurück zu den Ursprüngen, zurück in die Jugend- und Kulturzentren, denn hier funktioniert HipHop erstaunlicherweise immer noch, trotz allem Kommerz. Im Abseits des öffentlichen Interesses entstehen die interessanten Texte, Stile und Ideen, hier bewahrt und erneuert sich HipHop mit jeder neuen Rappergeneration, seit inzwischen 30 Jahren.
Beiträge zum Nachhören
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Dossier: Der ökonomische Putsch
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