Die alttestamentarische Begegnung zwischen dem Riesen Goliat und dem Schafhirten David, der ersteren mit der Steinschleuder erschlug, verhandelt den Mythos vom Schwachen, der sich traut, dem Starken mit unadäquaten oder vollständig anderen Mitteln entgegen zutreten.
Der Frankfurter Komponist Rolf Riehm, Jahrgang 1932, hat in jüngster Zeit mehrere Stücke geschrieben, die sich mit der Erfahrung von Krieg allgemein und speziell mit dem gegenwärtigen Krieg im Irak beschäftigen. Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit - so Riehm - ist der Widerspruch zwischen dem Krieg als humanitärer Katastrophe an sich und dessen für den Bewohner der westlichen Hemisphäre heute höchst unauthentische, nur mehr fiktive Erfahrung. Kriegsberichterstattung als Medienprodukt produziere für ihn als erstes Zweifel an ihrem Wahrheitsgehalt. Sie mobilisiere keinerlei Gegenkräfte und stattdessen Verwirrung darüber, wie man sich angesichts der zeitgenössischen Kriege heute moralisch verhalten kann.
Autorin Nora Bauer legt in ihrem Feature Schicht um Schicht die Gründe frei, die den in Kürze 75jährigen Riehm u.a. auch autobiographisch bewegt haben, sich musikalisch zu dieser komplexen Thematik zu artikulieren und in ein von vornherein ungleiches Rennen zwischen Komposition und Medienreport zu gehen.
Beiträge zum Nachhören
Dossier
Mord ohne Leiche - Ein Verurteilter will seine Unschuld beweisen
Sendezeit: 03.02.2012, 19:14
Geweint hat sie nie - Susanne Leonhard und ihr Sohn Wolfgang
Sendezeit: 20.01.2012, 19:15
Kulturgespräch 30.12. "Aufreger des Jahres"
Sendezeit: 30.12.2011, 19:16
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