Noch 2008 feierten Wirtschaftswissenschaftler am renommierten Massachusetts Institute of Technology enthusiastisch die Fortschritte in allen wichtigen Forschungsfeldern ihrer Disziplin. Es gäbe einen breiten Konsens in zentralen Fragen, das Problem der Rezessions-Prävention sei praktisch gelöst.
Nur wenig später begannen die Finanzmärkte zusammenzubrechen.
In der größten Weltwirtschaftskrise seit 1928 stand die überwältigende Mehrheit der Wirtschaftswissenschaftler nackt da.
Die moderne Volkswirtschaftslehre mit ihren hochkomplexen mathematischen Modellen, ihrem Glauben an die Rationalität der Wirtschaftssubjekte wurde zum ersten Opfer der Krise.
Die Ökonomie, wie sie vor allem an amerikanischen Elite-Universitäten seit mehr als drei Jahrzehnten gelehrt wurde, hat die Gefahr nicht nur nicht vorhergesehen, sie hat die Katastrophe entscheidend mitverursacht.
An den Rändern der Disziplin hat inzwischen ein Umdenken begonnen.
Stefan Fuchs unterhält sich darüber mit dem Chefredakteur von Financial Times, Martin Wolf, und den Wirtschaftswissenschaftlern André Orléans und John K. Galbraith.
(Teil 3 am 27.11.11)
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Wirtschaftsweise ratlos? Teil 2: Ökonomie - Sozialwissenschaft wider Willen
Sendezeit: 20.11.2011 09:31
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