Zum 60. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto hielt die israelische Luftwaffe im September 2003 eine beispiellose Zeremonie ab. Drei Kampfjets flogen im Tiefflug über das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz II-Birkenau. Am Boden standen israelische Soldaten stramm, während die Namen der jüdischen Opfer verlesen wurden, die an diesem Tag 60 Jahre zuvor im KZ Auschwitz ermordet worden waren.
"Wir lassen die stärkste Waffe Israels an dem Ort sehen, an dem das jüdische Volk seine schrecklichste Tragödie erlebt hat. Das wird auf eindrucksvolle Weise symbolisch darstellen, woher wir kommen und wohin wir gehen", erklärte der israelische Kommandeur der Staffel. Indem er die Katastrophe der Judenvernichtung mit den Leistungen der israelischen Armee verknüpfte, berief er sich auf den Mythos der unbesiegbaren israelischen Armee, die ihre Kraft aus dem Holocaust schöpft: Sie ist dazu da, ein neues Auschwitz zu verhindern. Unter der Parole "Holocaust und Heldentum" verknüpfen israelische Erziehungsoffiziere den Widerstand gegen die Judenverfolgung durch Nazi-Deutschland mit dem Kampf gegen die arabische Ursprungsbevölkerung Palästinas.
Der Autor war als Historiker im Erziehungskorps mit dieser Materie befasst.
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