Wir lieben sie, die Tiere, und wir beuten sie aus. Sie sind Partner, Therapeuten, Verbündete. Und sie sind Ware. Ihren Wert bestimmt der Markt. Während in zahllosen Doku-Soaps Zootiere wie Gorilla oder Schimpanse "ganz Mensch" sein dürfen, "Hunde-Nannies" und "Pferdeflüsterer" die Quoten hochtreiben und in Supermarktketten der Haustierbedarf boomt, werden gleichzeitig Tiere in Großlaboren und Versuchsanstalten für Wissenschaft, Wirtschaft und Militär verbraucht oder vegetieren in der Massen- und Intensivtierhaltung als lebende Fleischberge. Und bei BSE-Krise, Schweinepest, Vogelgrippe oder Gammelfleischskandal geht es allein um "Produktqualität" und Volksgesundheit.
Das Verhältnis des Menschen zum Tier ist paradox, bestimmt von überbordenden Gefühlen und erschreckender Ignoranz. Die Rede ist von Tieren, doch es geht um uns, um den Menschen und das, was ihn dazu macht. Dass wir Tiere nach wie vor aus unserem Moralkodex ausklammern, lässt für sie nichts Gutes erwarten. Aber auch nicht für den Menschen. "Es ist ein gigantischer Verstoß gegen alles, was die Sorte Homo sapiens im mühseligen Verlauf ihrer geschichtlichen Evolution ( ... )gelernt hat: der Zusammenbruch einer ganzen Werte-Ordnung, an der wir Jahrtausende gearbeitet haben." (Hans Wollschläger)
Produktion: Deutschlandfunk/SWR 2007
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