Es gibt Sätze, die sollen ungesagt bleiben. Sätze, die vor der Welt versteckt werden, weil sie sehr privat sind. Solche Sätzen fanden einst den Weg in Tagebücher - und waren vor den Augen der Öffentlichkeit gut versteckt. Das Tagebuch war der Ort des Gedankenaustauschs mit sich selbst - der Schreiber war Autor, Leser und Kritiker zugleich.
Viel später konnte die Familie vielleicht einen Blick in das Tagebuch werfen. Die Öffentlichkeit hatte nur Zutritt, wenn der Verfasser eines Tagebuchs vielleicht Literat war oder Staatsmann. Immer aber galt: Der Blick ins fremde Tagebuch wurde nur nach gebührlichem zeitlichen Abstand gestattet.
Das Internet ist nicht nur öffentlich, es ist auch schnell. Die Tagebücher dort heißen Blogs. Die Zwiesprache im Internet wirkt manchmal wie ein Report des eigenen Lebens - noch in dem Moment, wo etwas passiert, wird es aufgeschrieben und veröffentlicht.
Der Blog verzichtet bewusst auf das Geheimnis der Privatheit und sucht eine Öffentlichkeit. Das verändert die Haltung des Schreibens und somit des Schreibers selbst. Auch den klassischen Tagebuchschreiber verändert sein Tun: Tagebuchschreiben gilt als Therapieform.
Beiträge zum Nachhören
Freistil
Mythos Bielefeld - Verschwörungstheorien und ihre Geschichten
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My favourite things - Das Universum der Dinge
Sendezeit: 15.01.2012, 20:05
Klänge aus der Tiefe: Musikinstrument Erde
Sendezeit: 08.01.2012, 20:06
dradio-Recorder
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