Skatrunden, Fußballfans, Schachfreunde, Kinder - alle beschäftigen sich mit ihnen: den Spielregeln. Werden die Regeln auf dem Fußballplatz verletzt, kochen die Emotionen hoch. Beim "Mensch-ärgere-dich-nicht" sorgen sie für Spannung, zugleich aber auch für Unfrieden: Spielregeln müssen kein reines Glück bescheren! Manchmal sind sie bizarr, manchmal einleuchtend, beim Meta-Spiel "Nomic" können die Spieler die Regeln sogar selbst ändern.
Wer erfindet Spielregeln? Und warum unterwerfen sich ihnen Menschen freiwillig, ja klagen sie auch in der realen Welt ein (etwa wenn sich Manager nicht mehr "an die Spielregeln des Marktes halten")? Zuweilen dient solch ein Appell nur als Metapher für den Ruf nach härteren Gesetzen. Doch letztlich basieren in der Demokratie einige Rechtsnormen auf freiwilligen Vereinbarungen.
So entdeckte schon der Soziologe Max Weber im Spiel Züge einer friedlichen Gesellschaftsordnung. Auch heute untersuchen Soziologen, Juristen und Demokratietheoretiker Spielregeln auf ihren theoretischen Wert und analysieren die Positionen von Schiedsrichtern, Spielverderbern und Falschspielern.
Denn auch spielerischer Zeitvertreib kann existenziell bedeutsam sein, wie der Schachgroßmeister Paul Keres verriet: "Man gibt Pakete auf, aber keine Schachpartien!"
Beiträge zum Nachhören
Freistil
Kaffee radikal - Neue Kultur für eine alte Bohne
Sendezeit: 12.02.2012, 20:05
Mythos Bielefeld - Verschwörungstheorien und ihre Geschichten
Sendezeit: 29.01.2012, 20:05
My favourite things - Das Universum der Dinge
Sendezeit: 15.01.2012, 20:05
dradio-Recorder
im Beta-Test: