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Gesichter Europas  11.09.2010 · 11:05 Uhr
Die kroatische Flagge weht auf einem Fährschiff in der Adria (Bild: AP) Die kroatische Flagge weht auf einem Fährschiff in der Adria (Bild: AP)

Stillstand in Knin

Kriegsspuren in der kroatischen Krajina

Von Tom Schimmeck

Noch immer sind die Gräben tief. Im Westen Kroatiens, im Hinterland der schönen Adriaküste, hat der Nationalismus der 1990er-Jahre besonders heftig gewütet. 1991 erklärten Serben der Region Knin zur Hauptstadt ihrer neuen Serbenrepublik Krajina. 1995 holten die Kroaten zum Gegenschlag aus: Ihre Militäroperationen Bljesak (Blitz) und Oluja (Sturm) lösten eine gewaltige Flüchtlingswelle aus. Das Gebiet um Knin war wie leergefegt, wurde mit Kroaten neu besiedelt

Auch fünfzehn Jahre nach Ende der Kämpfe tut sich die Region schwer mit dem Neuanfang. Noch immer stehen in Knin und in den Dörfern ringsum viele Ruinen. Die Wirtschaft liegt danieder. Ein Rundgang durch die Kirchen, Kneipen und Fabriken zeigt: Das Trauma ist noch frisch. Allmählich weicht der Hass einer bitteren Ernüchterung. Und manch Kriegsveteran beginnt sich zu fragen, wofür er eigentlich gekämpft hat.

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