Was in der Bundesrepublik verboten ist, ist in der Schweiz erlaubt: Noch, so sollte man hinzu fügen. Nachdem Dignitas in den vergangenen Monaten bei vier Personen Heliumgas statt eines Medikaments angeboten haben soll, um Sterbewillige vom Leben in den Tod zu befördern, leitete die Staatsanwaltschaft in der Schweiz Ermittlungen ein.
Etwa 790 Menschen haben in den Räumlichkeiten von Dignitas bislang den freiwilligen Tod gefunden. In Etagenwohnungen oder, nachdem die Nachbarn protestierten, auf einem Parkplatz. Dignitas, 1998 vom Schweizer Journalisten und Anwalt Ludwig A. Minelli gegründet, ist ein Verein mit etwa 6000 Mitgliedern aus aller Welt. Seine Dienstleistung: "Passive Sterbehilfe", also die Freitodbegleitung respektive die Einnahme eines von einem Arzt verschriebenen Medikaments mit Sterbefolge. Für 3500 Euro, zahlbar an Dignitas. Was einige als Durchsetzung eines Menschenrechts betrachten, verachten andere als menschenunwürdig und kriminell.
So wirft der Freitod als Geschäft immer mehr Fragen auf. Wie gut oder schlecht funktioniert die Pflegeversorgung in der Schweiz? Was sagen politische Entscheidungsträger zu Ludwig A. Minelli, und zur seiner - wie viele mittlerweile meinen - intransparenten Arbeitsweise? Ist diese Art zu sterben ethisch und moralisch zu rechtfertigen? Gesichter Europas über den polarisierenden Umgang mit dem Tod.
Beiträge zum Nachhören
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Blockade kontra Versammlungsrecht: Dresden vor dem Naziaufmarsch
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