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PROGRAMMTIPP DEUTSCHLANDFUNK
 
Hörspiel  11.09.2010 · 20:05 Uhr
Die Nacht symbolisiert nicht nur Stille und Frieden, sondern auch das Böse, Ungeahnte. (Bild: Eso) Die Nacht symbolisiert nicht nur Stille und Frieden, sondern auch das Böse, Ungeahnte. (Bild: Eso)

Maldoror, den alten Ozean grüßend

"Künstliche Paradiese“. Ästhetische Gegenwelten

Von Lautréamont

"Les chants de Maldoror - Die Gesänge des Maldoror" von Lautréamont lagen lange unveröffentlicht im Keller von Lautréamonts Verleger, der das Buch, aus Angst vor dem Staatsanwalt, nicht ausliefern wollte.

Erst die Surrealisten haben es wiederentdeckt und an die Öffentlichkeit gebracht. Lautréamont besingt das Böse; das Schlüsselwort "Nacht" bezeichnet hier mehr als eine Tageszeit. André Gide hat Lautréamont den "Schleusenmeister" der Literatur von morgen genannt. Der Titel "Sprengmeister" wäre wohl angebrachter.

Lautréamont (Isidore-Lucien Ducasse), 1846 in Montevideo geboren, erlebte als Kind und Jugendlicher die langwierige Belagerung der Stadt, den Hunger, die alltäglichen Gewalttätigkeiten. Am Ende seines Lebens ist er Zeuge der Pariser Commune. Er starb unbekannt mit 24 Jahren.

Anschließend: Cinch

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