Zu den schillerndsten Klangschöpfern der dänischen Jazzszene gehört Fredrik Lundin, 1963 in Kopenhagen geboren. Sein elfköpfiges Ensemble Overdrive jongliert souverän und einfallsreich mit Versatzstücken aus zahlreichen Klangfeldern - vom Rockjazz der frühen Siebziger bis zum komplexen Orchesterarrangement eines Gil Evans, von Tango-, Blues- und Country-Anklängen bis hin zu kontrollierten freien Ausbrüchen.
An Hörspaß und -spannung herrscht schon von daher kein Mangel - und allein die Instrumentierung lässt aufhorchen. Der improvisierenden Kernband mit Lundins Saxophonen, mit diversen Gitarren, Dobro, Piano, E-Piano, Bass und gleich zwei Schlagzeugern steht eine Blechbläsertruppe zur Seite - bestückt mit Trompete, drei Posaunen und Tuba beziehungsweise Bassposaune. Dadurch wird die Palette der Klangfarben um vorzugsweise warme, samtene Töne und Nuancen spürbar bereichert. Mit seinem jüngsten Projekt "Belly-Up" huldigt Lundin der Musik des legendären Blues- und Folksängers Huddie Leadbetter (1885-1949), besser bekannt als "Leadbelly". Dessen archaische Südstaaten-Songkultur gerät in der Bearbeitung durch Overdrive zu einem multistilistischen Spektakel voller Spielfreude und Temperament.
Aufnahme vom 5.11.2005 beim JazzFest Berlin
Fredrik Lundin - Saxophon
Maj Berit Guassora - Trompete
Lis Wessberg, Mia Engsager - Posaune
Ola Nordquist - Bassposaune
Klaus Löhrer - Bassposaune, Tuba
Krister Jonsson - Gitarre
Henrik Gunde - el. Tasteninstrumente
Jens Kristian Uhrenholt - Kontrabass
Jonas Johansen, Emil de Waal - Schlagzeug
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