"Die zahlreichen Rosemaries zwischen Hamburg und München reden nicht öffentlich. Wie kämen sie dazu, sich das Geschäft zu verderben. Jene Rosemarie aus Frankfurt redet nicht mehr, sie wurde im Spätherbst 1957 ermordet. Man hat sie so tief verstummen lassen, dass nicht einmal ihr Tod für sie sprechen durfte. Seine Umstände sind zur Stunde noch ungeklärt."
Und dabei ist es geblieben. Als Erich Kuby 1958 diese Zeilen schrieb, in seinem Roman "Rosemarie. Des deutschen Wunders liebstes Kind", da wusste niemand, wer Rosemarie Nitribitt, die am 1. November 1957 tot in ihrer Frankfurter Wohnung aufgefunden worden war, erwürgt hatte. Heute, 50 Jahre später, ist man nicht weiter. Nur die um sie gesponnenen Vermutungen, Gerüchte, Legenden haben sich vermehrt, ebenso die Filme und Bücher - sogar ein Musical gab es. Die Nitribitt, aus deren Leben es wenig zu erzählen gibt, wurde allein durch ihren Tod zur Berühmtheit. Ihre Geschichte kann nie von der realen Rosemarie handeln, eher von einer Kunstfigur. Mit ihrer Ermordung wurde sie zum Objekt öffentlicher Interpretationen, zur Metapher. Dabei war "das Mädchen Rosemarie", als es starb, erst 24 Jahre alt.
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